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Isole Eolie Törnbeschreibungen im Seesack.Net |
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Segeln Isole Eolie, Frühjahrstörn 2002Crewliste
Samstag, den 01.06.02Anreise Düsseldorf - Vibo Valencia. Abflug 11.35 über Leipzig. Ankunft in Lametia Terme 16.00, in Vibo um 17.00.Wir hatten eine brandneue Bavaria 41 gechartert und sollten die erste Crew sein, die dieses schöne Yacht über das Mittelmeer segelt. Bei unserer Ankunft war das Schiff noch nicht übergabebereit, und so gingen wir erstmal in die Bar des Yachtclubs, um den von der langen Reise angestauten Durst zu löschen.
Um 18.00 konnten wir dann endlich an Bord und das neue Schiff übernehmen. Soweit war auch alles in bestem Zustand wie bei einem neuem Schiff zu erwarten war. Vieles konnten wir erst nach längerem Suchen auf unserer Checkliste abhaken, da auch der Vercharterer wohl zum ersten Mal auf dem Schiff war. Zum Schluß blieben zwei Positionen offen, für Binimi und Sprayhood waren zwar die Rohrrahmen montiert, aber von den Persenningen war nichts zusehen. Der Vercharterer versuchte uns zunächst klar zu machen, daß wir dann eben ohne auszukommen hätten. Da hatte er sich bei uns sturen Norddeutschen natürlich verrechnet. Da die fehlenden Wetterschutzausrüstungen ausdrücklich im Chartervertrag erwähnt waren, war der Vercharterer nun in Zugzwang. Vertagung auf den nächsten Morgen. Was uns die Gelegenheit gab, unseren Urlaub mit einem Landgang und einem vorzüglichen Fischessen zu beginnen.
Sonntag, den 02.06.02
Nach dem Frühstück den Kampf um die fehlenden Ausrüstungsgegenstände fortgeführt. Die Sprayhood haben wir noch in einem völlig versteckten Schapp gefunden, aber von Bimini weiterhin keine Spur. Nach nicht enden wollendem Palaver haben wir uns dann mit einem inprovisierten Sonnensegel (s. Foto oben) über der Plicht um 11.15 mit südlichem Kurs auf die Reise gemacht.
Die Sonne brennt, und es geht nicht ein Hauch von Wind. Ohne Sonnensegel nicht zum auszuhalten! Den ganzen Tag unter Motor gefahren. Aber bitte positiv denken, so war wenigstens das Bier kalt. 17.15 Einlaufen in Bagnara Calabra. Etmal 36Sm.Bagnara Calabra präsentiert sich als total verschmutzter Fischereihafen. Der eigentliche Ort liegt hinter einem Berg, und ist nur über eine triste Autostraße zu erreichen. Wir beschließen an Bord zu bleiben und die wie immer hervorragenden kulinarischen "Schweinereien" unseres Smutje zu geniessen. Anschleißend heißt es antreten zu einer Runde "Graue Laus", ein Kartenspiel ähnlich dem Ramsch beim Skat, was wiederum erheblich negative Auswirkung auf den Bestand der alkoholischen Getränke hatte. Dafür aber gut geschlafen. Montag, den 03.06.02.10.50 Auslaufen Richtung Milazzo. Sonne brennt, kein Wind. (Kam auch keiner mehr.) Etmal 28Sm 16.00 Ankunft Milazzo. Hafengebühr 32,50€. Euro = Teuro?
Milazzo ist eines der wichtigsten und ältesten Zentren der Provinz Messina. Die Stadt befindet sich am Anfang einer langen, schmalen Landzunge, die sich zu den Äolischen Inseln hin erstreckt. Sie wurde von den Griechen aus Zankle (das antike Messina) um 716 v. Chr. unter dem Namen Mylae gegründet. Danach stand sie unter all den Fremdherrschaften, die sich in Sizilien abwechselten. Hierbei spielte die Stadt immer eine wichtige Rolle und birgt noch heute archäologische Reste und Bauten von beachtlichem Interesse wie zum Beispiel das eindrucksvolle Kastell.
Die Stadt besteht aus einer malerischen, mittelalterlichen etwas höher liegenden Altstadt und einem neueren Teil, der auch wegen des Hafens - ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen den Äolischen Inseln und Sizilien - besonders betriebsam ist.Wir haben unsere frühe Ankunft zu einem ausführlichen Stadt- und Einkaufsbummel genutzt, und dann auch gleich das richtige Restaurant für das Abendessen ausgespäht. Im Nachhinein ist es garnicht mehr verwunderlich, daß so ein 1-wöchiger Segeltörn immer mit mindestens 3 zusätzlichen kg auf der Waage zu Buche schlägt! Dienstag, den 04.06.0211.00 Auslaufen Richtung Isola Vulcano. Sonne brennt, kein Wind (kam auch keiner mehr). Etmal 18,65 Sm. Ankunft 15.00. Ankern in Porto di Levanto. Der Ankergrund fällt ziehmlich steil ab, sodaß der Spielraum zum Anker setzen sehr gering ist. Da aber nur wenige Boote in der Bucht sind, wird das heute nicht zum Problem.
Vulcano, ist eine infolge ihrer vulkanischen und nachvulkanischen
Erscheinungen sehr interessante Insel. Die besondere Eigenschaft ist eine
rege unterirdische Tätigkeit, die viel heißes Wasser und stark nach Schwefel riechende Gase frei setzt. An dem zeitweilig wohl noch tätigem Vulkan (er raucht noch) sind reichlich gelbe Flecken zu erkennen, die die schwefelhaltige Beschaffenheit der Auswürfe bezeugen. Es gibt einen regelrechten See aus Fangomasse, der von zahlreichen Touristen zwecks Linderung ihrer Wehwehchen genutzt wird. Anschließend kann der Schlamm in den teilweise richtig heißen Zonen des Seewassers in den flacheren Strandbereichen abgespült werden. Die Strände auf Vulcano bestehen aus zerriebenem Lavagestein und sind schwarz.Wir nutzen unseren Aufenthalt zu einem Warmbadetag und nach beschließen nach einem ausgiebigen Landgang doch lieber an Bord zu essen, da die gesehenen Restaurants nicht so vielversprechend waren. Mittwoch, den 05.06.02
11.00 Anker auf. Windstärke 2 aus Nord. Kurs westlich Lipari zur Ostküste von Salina. 12.40 Segel gesetzt. Heute sind die Segel zum ersten mal oben ohne zu killen! 15.00 an Santa Marina Salina. Etmal 13Sm . Hafengebühr 30€Salina ist die zweitgrößte und auch grünste der Liparischen Inseln. Zwei erloschene Vulkane, Monte Fossa delle Felci, mit 963 m der höchste Berg des Archipels, und Monte dei Porri, erscheinen wie "Zwillinge" und werden durch die Hochebene Valdichiesa getrennt.
Auf Salina gibt es drei eigenständige Gemeinden: Santa Marina Salina, Malfa und Leni.Malfa an der Nordostküste ist die be- völkerungsreichste Gemeinde.In Santa Marina Salina befindet sich die Hauptanlegestelle für Schiffe und Tragflächenboote.Leni liegt auf einer Hochebene zwischen den beiden Vulkanen. Der Hafen von Santa Salina ist durch eine riesige Mole geschützt und man liegt sehr ruhig. Die Stadt ist eine der größeren Orte hier auf den Inseln. Wir machen einen längeren Bummel durch die Gassen, wobei wir natürlich wieder Augen für das Angebot in den Restaurants haben. Es ist wie mit den Speisekarten, wenn das Angebot groß ist, fällt die Entscheidung schwerer. Da unser Smutje die besten Fleischgerichte kreirt, heißt es heute mal wieder Fisch satt mit viel hiesigem Wein. Donnerstag, den 06.06.02.Wetteruorhersage .: Morgens sw3 ..mittags 4-5 nw.abends-nw4 10.30 Auslaufen Salinas. Kurs NO Richtung Stromboli. Zunächst kein Wind. Querab Panarea erste Böen 3-4, später beständig. 14.30 querab Stromboli. Mitlerweile Himmel ziehmlich bedeckt.
Der Vulkan ist noch aktiv. In regelmäßigen Abständen werden Gaswolken ausgestoßen und an Westflanke ist zu beobachten, wie sich nur an der Oberfläche erstarrte, sonst aber rotflüssige Lava langsam ins Meer schiebt. Wir umrunden den Vulkan und wollten eigentlich die Nacht auf der Reede vor Porto della Lena am Anker verbringen, um das nächtliche Schauspiel der Eruptionen aus nächster Nähe zu beobachten.
An den vergangenen Tagen wäre das auch kein Problem gewesen, aber heute, wo es zum ersten Mal richtig bläst, ist zum Ankern zuviel Schwell. Der Ankerplatz ist nur bei Flaute und glatter See zu gebrauchen. Zurück nach Panarea. Beim Austritt aus der Abdeckung starke Fallböen. Danach 4-5 aus W. Himmel wieder klar.
17.30 Ankunft Panarea. Etmal 40Sm. 18.00 fest in Pietro.
Die Insel Panarea war schon zur jüngeren Steinzeit bewohnt.Nicht weit
von der Anlegestelle sieht man, bei guter Sicht, eine grossartige Ruine auf dem Meeresgrunde, wahrscheinlich ein Hafenbecken aus der römischen Zeit, das
heute infolge erdbebenähnlicher Erscheinungen versunken ist. Ganz im Norden von Panarea, in einer Mulde namens Calcara, wohl Sitz einer vulkanischen Tätigkeit in vorgeschichtlicher Zeit, findet man heute noch sogenannte Fumarolen oder Rauchfahnen.
In den Felsen kann man tiefe Veränderungen sehen, der Boden ist heiss und
weist dünne, nach allen Seiten ziehende Risse auf. Wo diese sich kreuzen, entspringt Gas in grossen Mengen. Ein besonderes Merkmal, das der ganzen Gegend ein sonderbares Aussehen verleiht, ist die vielseitige Färbung des Bodens. Auch in andern Teilen sieht man diese Fumarol-Erscheinungen, die jedoch seit undenklicher Zeit ausgeloscht sind. In der Nähe des Anlegeplatzes vom Stadtteil San Pietro entspringt eine warme Wasserquelle (50° C), die von den Inselbewohnern zu Heilzwecken verwendet wird und zwar mit hervorragender Wirkung.
Vor Panarea steht der Fels Bottaro, in dessen Nähe sich Unterwasserfumarolen
zeigen. Zahlreiche Gasblasen steigen vom dem Meeresboden an die Oberfläche
und bilden ein Gurgeln, das "Caldaia" genannt wird.Bei unserem Landgang haben wir das Gefühl, daß das heutige Panarea das Domizil einer etwas höher angesiedelten Einkommensschicht von Festland italienern ist. Allerdings ist es wohl noch etwas zu früh im Jahr, denn viele der großzügig angelegten Anwesen scheinen noch unbewohnt zu sein. Die gepflegten, wegen ihrer Enge autofreien Gassen, wären ideal für ein "sehen und gesehen werden" im nächsten Straßenlokal. Da aber absolut nichts los ist, entscheiden wir uns für die Kochkünste unseres Smutje und nehmenh unser Abendessen an Bord in der Plicht. Da guckt aber auch keiner und zu sehen gibt es ebenfalls nichts. Freitag, den 07.06.0209.10 Anker auf, Kurs O auf Vibo Valencia. Himmel bedeckt, Wind aus N Stärke 1. 11.00 es beginnt zu regnen, dafür 0-Wind. 14.00 Surfbrett geborgen. 18.00 an Vibo Valentia. Scheißwetter.Samstag, den 08.06.02Rückreise nach Düsseldorf planmäßig. Beim Einchecken Nagelschere wegen Entführungs- und Tötungsgefahr geopfert.Fazit des TörnsFür Freaks der (Erd)Geschichte haben wir mit Sicherheit zu wenig aus dem Törn gemacht! Wir wollten aber hauptsächlich um landschaftlich schöne Inseln segeln und abends auf Reede oder im Hafen für bleibende Erinnerungen sorgen. Mit dem Segeln hat es so gut wie garnicht geklappt, |
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