Gr. Belt, Frühjahrstörn 2009
Crewliste
| Umland |
Schmidt |
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Spaniel |
| Dirk |
Jörn |
Volker |
Günter |
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| Skipper |
Co-Skipper |
Vorschoter |
Chronist |
Törnplan
Der Törn ist geplant vom 09. bis 16. Mai 2009 und wird in Kerteminde beginnen und in Greena enden.
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Technische Daten der n e u e n "Heide-Witzka"
| Typ |
Dufour 385 GL |
| Erstwasserung |
2007 |
| Länge Rumpf |
11,72 m |
| Breite |
3,93 m |
| Kabinen |
3 + Salon |
| Tiefgang |
ca. 1,95 m |
| Segelfläche |
73m² |
| Motor |
29,5 kW/40 PS |
| Eigner |
SK Buchholz |
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Warum soll eigentlich immer der Webmaster selbst den Törnbericht schreiben? Die Überraschung war nicht schlecht, als Günter mit einem Din-A4 Ordner auf unserem Vereinsabend der Segelkameradschaft ankam und an die Crew-Mitglieder verteilte. Enthalten war eine mit viel Humor verfasste Chronik unseres gemeinsamen Törns. Deshalb hier der Originaltext von Günter Spaniel mit dem Titel:
Segeltörn auf der „Heide - Witzka“
unterwegs in Dänemark im Grossen Belt von Kerteminde auf Fünen nach Grenaa / Djursland
vom 9 Mai 2009 bis zum 16. Mai 2009
Die wagemutige und durchtriebene Mannschaft bestand aus:
| Skipper | | Dirk | | |
| Co-Skipper | | Jörn | | |
| Mannschaft | | Volker | | (erstmalig auf einem Segelboot und den Törn tapfer und ohne GRÜN zu werden überstanden) |
| Schreiberling | | Günter | | |
| Weitere Ecksteine: | | | | |
| Wetter | | | | hervorragend; Sonne satt bis auf Mittwoch – da erwischte uns vor Ebeltoft für 2 Stunden ein kräftiger Guss; ansonsten Wind vom Feinsten – schwojend von Nord auf Nordost bis Ost und zurück.
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| Route: | | | | |
| | 09.05 Freitag | | Anreise |
| 41 Sm | | 10.05. Sonntag | | Kerteminde - Lundeborg |
| 52 Sm | | 11.05. Montag | | Lundeborg - Kerteminde |
| 36 Sm | | 12.05. Dienstag | | Kerteminde - Ballen/Samsö |
| 37 Sm | | 13.05. Mittwoch | | Ballen - Aarhus |
| 28 Sm | | 14.05. Donnerstag | | Aarhus - Ebeltoft |
| 52 Sm | | 15.05. Freitag | | Ebeltoft - Greena |
| _____ | | | | |
| 246 Sm | | | | Gesamt |
| | 16.05. Samstag | | Rückfahrt |
Wir hatten die Aufgabe übernommen, das Vereinsboot der Segelkameradschaft Buchholz nach Norden zu prügeln. Und zwar durch den Grossen Belt von Kerteminde nach Grenaa. Auch Hagel oder Schnee hätte uns von diesem Vorhaben, das wir schliesslich freiwillig und gerne auf uns nahmen, abhalten können. Und in einer Woche mussten wir die Strecke absegeln, gleich wie die Wetterbedingen waren, denn nach dieser Zeit erwartete uns in Grenaa die nächste Crew, die noch weiter hoch in den Norden segeln musste.
Wie bei Seglern üblich, fand die allseits beliebte Crewbesprechung kurz nach dem diesjährigen
Ansegeln am 5. Mai statt. Wir, d.h. ¾ der Crew, nämlich Dirk, Jörn und ich, trafen uns bei Kari
im Gasthaus Uhlengrund. Unser vierter Mann, Volker aus Frankfurt, stand erst am Anreisetag
zur Verfügung. Volker als braver Cousin hatte seine Zustimmung gegeben, zu allem, was wir beschliessen würden, ja zu sagen. Wenn das nicht demokratisch ist !
Dirk und Jörn war das Revier einigermassen vertraut. Ein Überflieger der dänischen Küsten lag
vor, so dass wir ziemlich schnell zu einer Einigung über die möglichen Routen kommen konnten.
Ein manchmal unterschätztes Problem ist die Versorgung mit fester und flüssiger Nahrung. Die
Geschmäcker sind schliesslich verschieden (zum Glück). Hier musste nun etwas genauer geplant
werden, denn zu unser aller Leidwesen: Dänemark ist und bleibt teuer. Also alles von hier mit-
nehmen, auch wenn der Wagen die zulässige Höchstlast überschreiben sollte.
Am Freitag, dem 8. Mai, nachmittags erledigten wir die Einkäufe. Am nächsten Morgen sollte es
dann früh losgehen.
Samstag, den 09.Mai.2009 Anreise und Bootsübernahme
Um 6°° Uhr wurde es bei mir ungemütlich. Verena riss mich aus meiner wohlverdienten Rentnerstarre, - Reise, reise ! Mein Döskopp registrierte schliesslich: S e g e l n ! Der Sprung aus dem Bett gelang meisterlich.
Gegen 7.15 Uhr rollten Dirk und Volker mit unserem rollenden Leihtransporter vor. Eingepackt
war schnell, so dass wir gegen 7.30 Uhr Fahrt aufnehmen konnten. Das Wetter spielte mit,
trocken, sonnig, gelegentlich Wolken, Wind aus Nord bis Nordost – anfangs etwa 3 Bft, bis
Kerteminde wurden dann gelegentlich Spitzen mit bis zu 7 Bft beobachtet.
Die Fahrt verlief gemütlich über Hamburg – Neumünster – Rendsburg – Flensburg – Kolding/DK -
rüber auf die Insel Fünen bis Odense – von dort noch etwa 25 Km bis Kerteminde. In Neumünster-Süd hatten wir einen kurzen Stop. Wir konnten die reparierte Spezial-Bugleiter an Bord nehmen. Eine Flasche Sherry war der Dank für unsere Mühe (sprich Umweg). Auf jeden Fall, Rasmus wird sich freuen !
Gegen 11.30 Uhr trudelten wir in Kerteminde im Hafen ein. Die vorherige sechsköpfige Crew
erwartete uns sehnsüchtig. Na ja, so spät waren wir wirklich nicht. Als wir den Wagen ausgeräumt
hatten, sahen wir erst einmal richtig die Berge an Gepäck der Rückfahrer. Und dann noch sechs
Leute ! Gut, war nicht unser Problem.
Zum Glück lag die Heide-Witzka etwa 30 m entfernt längsseits am Nordre Havnekai an der Holzpier. Wir hatten nicht weit zu schleppen. Bevor wir bunkerten, wurden erst einmal die Übergabe-formalitäten in Kurzform erledigt (undenkbar bei einem Profi-Vercharterer). Auf geringfügige Mängel wurde hingewiesen, die wir dann später ohne grossen Aufwand beheben konnten.
Der Dieseltank war nicht voll – entweder hatte die Vorcrew es zeitlich nicht mehr geschafft oder
die Tankstelle war geschlossen. Schliesslich war ja noch frühe Vorsaison. Der Verbrauch wurde
in etwa hochgerechnet und grosszügig in bar uns gegenüber ausgeglichen. Die Verabschiedung
ging dann schnell, dankend wurde der Gruss „.... und immer eine Handbreit Wasser unter dem
Kiel...“ angenommen. Bekanntermassen ist es in der Ostsee ja gar nicht so abwegig, 'mal auf
Schiet zu laufen.
Jetzt hiess es für uns, Jacken aus, Ärmel hoch und Bunkern bzw. so unsere Plünnen, Essens- vorräte und nicht zuletzt die Getränke so zu stauen, dass wir diese auch einmal bei Bedarf wiederfinden. Dirk verteilte Kabinen und Kojen. Volker, unser Jüngster und noch kein Seebär,
staunte nicht schlecht über die Einrichtung des Bootes. Damit er sich wohlfühlte, erhielt er die
Vorschiffskabine mit reichlich Platz. Jörn wurde für die Steuerbordkabine und ich für die Backbord- kabine, beide achtern, eingeteilt. Dirk wollte unbedingt im Salon die breite (Tisch-)Koje besetzen.
Dann begannen die „Instandsetzungs“-Arbeiten. Zunächst wurde am Bug wieder die Behelfs-
leiter verschraubt. Zum Teil musste auch das Werkzeug gängig gemacht werden, vor allem die
Wantenschneider und weitere notwendigen Zangen. Das grösste Problem stellte jedoch der
Salontisch dar, der durch Auswechseln der Rohrstützen auf eine Höhe mit der Salonpolsterung
gebracht werden konnte, um damit durch Auffüllen mit Polstern eine breite Liegefläche zu erhalten.
Der Tisch wackelte gewaltig. Einer der Haltungs- bzw. Führungskränze an der unteren Tischplatte
sass schräg und war notdürftig mit einem Kleber und Schrauben in den gleichen Löchern wieder befestigt worden. Das konnte nicht gutgehen. Dirk baute den Kranz ab, entfernte den Kleber in
mühevoller Kleinarbeit und schraubte ihn mit etwa 30 mm Abstand zu den alten Löchern wieder
fest. Der Tisch sass bombenfest. Nur liess er sich jetzt kaum von den Stützrohren ziehen.
Als guter Techniker erkannte Dirk die Gefahr! Die Rohre waren im Boden und im Kranz so ange-
passt, dass im Rohr ein Vakuum mit entsprechender Sogwirkung entstand. Da er seinen Spezial-
Werkzeugkoffer mithatte, worin sich auch eine Bohrmaschine befand, bohrte er kurzerhand jeweils
zwei Fünferlöcher in die Rohre. Das Abheben der Platte war jetzt ein Kinderspiel !
Das Versenken der Platte auf Sitzplatzhöhe brachte einen weiteren Mangel an's Licht. Gegenüber
der langen Sitzbank stand eine kleinere Bank, in der sich Pütt und Pann befanden. Der Sperrholz-
deckel kragte aber so weit in Richtung Tischplatte, dass diese schräg aufsass (dass dies auch der Grund für das Ausbrechen des Kranzes war, sobald Belastung darauf kam, ist als selbstverständ- lich anzusehen). Einzige Möglichkeit, hier abzuhelfen, bestand darin, den Deckel um etwa 15 mm
zu verkürzen, um die Platte waagerecht auf den Rohren aufsitzen zu lassen. Dirk hatte sogar
Holzbearbeitungswerkzeuge dabei und machte sich an's Werk. Nach einer etwa halben Stunde
war schliesslich alles im grünen Bereich. Und wir hatten alles im Griff.
Es war später Nachmittag geworden. Die Sonne stand noch hoch, aber ein kühler, starker Wind
drehte seine Runden. Wir schlenderten erst mal in Richtung Hauptstrasse, suchten den Busbahn-
hof. Denn unser vierter Mann, nämlich Jörn, hatte das Vergnügen gehabt, an einer Konfirmations-
feier teilzunehmen. Deshalb wollte er nachmittags mit dem Zug von Hamburg nach Odense
schippern. Und die restlichen Kilometer mit dem Bus abwettern.
Telefonisch bekamen wir das Signal, dass er sich bereits nordwärts bewege und um 22.50 Uhr
am Busbahnhof in Kerteminde eintreffen würde. Die Nachricht erfreute uns so, dass wir uns erst einmal in der Bäckerei Ecke Strandgade und Hans Schacksvej mit Kaffee und Kuchen stärken und aufwärmen mussten. Danach zockelten wir weiter durch die Altstadt, erfreuten uns an den netten alten Häuschen (viele in Fachwerkbauweise), um dann wieder Kurs auf das Boot zu nehmen.
Dort hielt es uns nicht lange. Der grosse Hunger kam durch. An der Marina zogen wir nordwärts
zum Restaurant Kerteminde Sejlclub. Allerdings wurden wir schnell hinauskomplementiert -
man habe „Geschlossene Gesellschaft“. Sah zwar nicht so aus, aber ein Segler trägt nun 'mal
keinen Kulturstrick. Im Restaurant Marinaen wurden wir freundlich aufgenommen und bestens
mit Fischgerichten zum Sattwerden und zu noch annehmbaren Preisen bedient.
Zurück an Bord, Zeit zum Klönen und Klar-Schiff-Machen. Volker überkam die grosse Müdigkeit.
Na ja, so viel frische und salzhaltige Luft kann jeden aus den Puschen hauen. Dirk und ich
blieben verwaist zurück, aber – Segler haben immer etwas zu schnacken! Gegen 22.00 Uhr
schlichen wir beide von Bord, zogen ab in Richtung Busbahnhof, um Jörn abzuholen. Pünktlich
rauschte der Bus heran. Wenig Leute stiegen aus, aber dann kam doch noch unser vierter
Mann rausgeklettert. Wir waren komplett. Zurück zum Boot, eine Runde musste noch geklönt
werden. Jörn hatte von der langen Fahrt schliesslich eine ausgetrocknete Kehle. Dann wurde
es zu vorgerückter Stunde aber auch Zeit für die Koje.
Unn nu geiht los .....
Vorweg bitte ich um Verständnis, dass die Koordinaten bis auf Lundeborg nicht ganz genau
stimmen. Und bitte mich dafür im kalten Wasser auch nicht kielholen. Ich muss gestehen, dass
ich den Zettel mit den genauen Daten irgendwie verbumfidelt habe. Ich habe deshalb die Angaben
aus dem Überflieger genommen, die deshalb auch nicht genau sein können. Also, nichts für
ungut!
Sonntag, den 10. Mai 2009 |
Kerteminde | nach | Lundeborg | FdW. 41 Sm |
| | N 55° 27' 000 | | N 55°08' 400 | |
| | E 10° 40' 000 | | E 10° 47' 200 | |
Nach ausgiebigem Frühstück legen wir bei schönstem Wetter unter Motor um 10.20 Uhr ab.
Zehn Minuten später nehmen wir das Gross als Stützsegel raus. Der Wind hält sich in Grenzen,
zunächst mit 1 bis 3 Bft aus W / NW drehend auf NE / E, um später am Tag wieder auf NW bis
W zurückzudrehen – allerdings dann mit 2 – 4 Bft.
Nachdem wir von Kerteminde frei sind, laufen wir südwärts. Wir wollen nach Lundeborg auf
Fünen. Vor uns liegt allerdings die riesige Brücke über den Store Belt von Fünen nach Seeland.
Das offizielle Fahrwasser unter der Brücke dürfen wir nicht nutzen. Das ist der Berufsschiffahrt
(ganz schön dicke Brummer die da unterwegs sind) vorbehalten. Sportboote müssen neben
der Seeschiffahrtsstrasse die erste Passage daneben nehmen. Vorschrift auch noch: vor der
Durchfahrt unter der Brücke über Funk die Erlaubnis dafür einzuholen – was auch gemacht wurde
(wurde doch glatt am nächsten Tag bei der Rückfahrt „vergessen“).
Unter Stütz und Motor robben wir uns an die Brücke heran. Je näher wir kamen, umso klarer wurde, dass unter Segeln die Passage nicht zu nehmen war. Um die jeweiligen Pfeiler brodelte
und schäumte es weiträumig in alle Richtungen. War uns vorher die raumschots kommenden Wellen noch gnädig gewesen, versagten sie unter der Brücke den Dienst. Hier half nur eins: Hebel auf den Tisch und mittschiffs durch! Es klappte, um 13.05 Uhr hatten wir die tückische Durchfahrt passiert.
Der Kurs Süd wurde beibehalten. Die Untiefen vor Fünen wurden steuerbords gelassen. Nachdem
wir dann von allen möglichen Gefahren frei waren, hiess es um 14.45 Uhr Motor aus und weiter unter Vollzeug. Der Wind spielte mit, die Sonne tat ein Übriges, um unsere schon vorher gute Laune noch weiter zu heben. Die Heide-Witzka zeigte jetzt hervorragende Segeleigenschaften.
Nicht nur, was die Geschwindigkeit anbelangte. Auch Trimmen der Segel und Steuerung waren
optimal. Ein leichter Druck und Dreher am Ruder: das Boot reagierte präzise.
Um Lundeborg anzulaufen, war es zu früh. Wir wollten ja schliesslich segeln. So hielten wir den Kurs bei und gingen weiter nach Süden. Das Nordende der Insel Langeland hatten wir bald querab an Backbord, steuerbords lag Fünen. Um unser Vergnügen vollständig zu machen, bekamen wir
auch noch Besuch. Neugierige Schweinswale tauchten neben uns auf, begutachteten Boot und
Crew und verschwanden nach einiger Zeit wieder auf der Jagd nach Fischen. Wenn so etwas
nicht jedes Seglerherz höher schlagen lässt ....!
Wir standen schliesslich weit südlich Lundeborg und mussten unsere Rauschefahrt abbrechen.
Mit einer vorzüglich gelungenen Wende brachten wir das Boot auf Nordkurs und konnten den
einige Seemeilen entfernten kleinen Hafen glatt anlegen. Dirk und Jörn war der Hafen bekannt.
Erst kurz vor der Einfahrt brauchten wir die Segel herunterzunehmen und den Motor anzuschalten.Es wurde beschlossen, nicht die sogenannte Marina anzulaufen, sondern das direkt danebenliegende kleine Becken als Liegeplatz zu nehmen. Jörn übernahm das Ruder und legte das Boot gekonnt RK an die Kaimauer. Dirk und Volker sicherten noch am Bug die Mooringleine, dann ging um 17.05 Uhr auch der Jockel in Ruhestellung.
Mit einigen Klimmzügen konnten wir vom Boot die Kaimauer erklimmen, Stromanschluss war
auch kein Problem. Toilette und Duschgelegenheit waren nur wenige Meter entfernt. Die wenigen
Häuser, die den Ort ausmachten – und natürlich auch die sich gemütlich bewegenden Leute,
schienen noch im Winterschlaf zu liegen.
Nachdem an Bord alles aufgeklart war, kam der Hunger durch. Für heute waren Salzkartoffeln
mit Hackbraten (wo kam der eigentlich her?) eingeplant. Dazu ein kühles Helles. Besser kann
man nicht leben. Ein gelungener Segeltag, den wir dann noch bei dem anschliessenden
Klönschnack in allen Einzelheiten Revue passieren liessen.
Montag, den 11. Mai 2009 |
Lundeborg | nach | Kerteminde | FdW. 52 Sm |
| | N 55°08' 400 | | N 55° 27' 000 | |
| | E 10° 47' 200 | | E 10° 40' 000 | |
Der Tag zeigt sich von seiner besten Seite. Leichte Bewölkung, viel Sonne, Wind aus N bis NW
mit 2 – 3 Bft. Beim ausgiebigen Frühstück wird beschlossen, den Törn zurück nach Kerteminde
zu machen, um von dort aus unseren weiteren Weg nordwärts zu nehmen. Schliesslich müssen
wir ja nach Greena – und das liegt nun mal eindeutig nördlich von uns.
Um 10.15 Uhr springt der Jockel an. Wir lösen uns gekonnt von dem Kai und schippern durch den
winzigen Hafen nach draussen.Kaum im freien Fahrwasser, da werden schon die Segel gezogen und der Motor wird um 10.25 Uhr zur Ruhe gesetzt. Ab jetzt geht es unter Vollzeug am Wind nach Norden.
Herrliche Fahrt Richtung grosse Brücke zwischen Fünen und Seeland. Der angelegte Kurs muss genau gehalten werden. Die langgestreckte Untiefe befindet sich diesmal an Steuerbord. Die mög- lichen Passagen liegen weit nordwärts, wobei wir aufgrund unseres Tiefganges nur eine Rinne für die Passage haben. Und wie wir feststellen, besonders breit ist das Fahrwasser dazwischen nicht. Aber, das kann doch einen Seemann nicht erschüttern ..... Mit Kreuzen arbeiten wir uns an das Ungeheuer von Brücke heran. Sicherheitshalber schalten wir den Motor dazu, um bei der starken gegenläufigen Strömung und der enormen Verwirbelung gut durchzukommen.
Nach der ohne Schwierigkeiten genommenen Passage durfte sich der Jockel wieder zur Ruhe
begeben. Und wir zogen auf Kreuzkursen unbehelligt unsere Bahn nach Norden. Gelegentlich
kamen wir näher an die Seeschiffahrtsstrasse heran, dabei staunten wir nicht schlecht über die
Vielzahl der dicken Pötte, die in dem Gebiet unterwegs waren.
Wir hatten uns auf unseren Kreuzkursen trotzdem ziemlich genau an unseren Generalkurs Nord
gehalten, bis wir Kerteminde westlich ausmachen und den Kurs 270° anlegen konnten. Da der
Wind schwächer geworden war, nahmen wir die Genua rein, liessen das Gross als Stütz stehen
und schalteten den Jockel dazu. Geruhsam und zufrieden über den schönen Segeltag liefen wir
den uns bekannten Steg in Kerteminde an. Und um 18.O5 Uhr lagen wir längsseits fest, glücklich
und zufrieden über den schönen Segeltag.
Nach dem Aufklaren des Bootes und der oberflächlichen Säuberung unserer Pfoten wurde es voll in der Pantry. Kartoffeln mussten geschält, Speck und reichlich Zwiebeln geschnitten werden. Auf allseitigen Wunsch wurden heute Bratkartoffeln (aus rohen Kartoffeln, deshalb viel Speck) mit
Schinken serviert. Köstlich, köstlich nach so einem „arbeitsreichen“ Tag!
Dienstag, den 12. Mai 2009 |
Kerteminde | nach | Ballen auf Samsö | FdW. 36 Sm |
| | N 55° 27' 000 | | N 55°50' 000 | |
| | E 10° 40' 000 | | E 10° 38' 000 | |
Traumhaft schönes Wetter treibt uns früh aus den Kojen. Sonne satt, da trübte der kühle Wind
aus N bis NO mit 3 bis 4 Bft überhaupt nicht die Stimmung. Um 10.05 Uhr beginnt der Jockel
mit der Arbeit. Wir legen ab, um kurz darauf schon Vollzeug zu setzen und den Motor um 10.25 Uhr
abzuschalten. Der Amwindkurs liegt mit 70° an. Wir geniessen die Ruhe, hören nur das Rauschen
des Wassers vom Bug her. Vereinzelt kreischende Möwen stören dabei überhaupt nicht.
Um 11.40 Uhr müssen wir im freien Fahrwasser doch tatsächlich eine Wende fahren. Wir legen
den Amwindkurs mit 330° - 355° an. Müssen schliesslich nordwärts, da heute unser Ziel die Insel Samsö ist. Der Landfall ist auch schon festgelegt. Es soll Ballen sein, ein kleines ehemaliges
Fischernest. Während wir uns während der schnellen Fahrt des Lebens freuen, hören wir plötzlich
wieder die mittlerweile vertrauten Blasgeräusche der Schweinswale. Eine kleine Gruppe kommt
längsseits, um uns zu begutachten. Mühelos halten sie mit unserer Geschwindigkeit von 6 bis 7
Knoten mit. Als sie genug von uns haben, legen sie einen Zahn zu und sind blitzschnell voraus
auf unserem Kurs verschwunden.
Samsö schält sich langsam aus dem leichten Dunst. Die Konturen der Südküste werden deutlicher.
Die davor im Wasser stehenden Windräder werden zunächst als glatte Linie wahrgenommen. Als
wir höherkommen und sie dwars an Backbord haben, sehen wir aber doch eine ziemlich unter-
schiedliche Anordnung. Um 15.55 Uhr erreichen wir die Südspitze von Samsö . Wir stehen östlich
davon und haben plötzlich eine starke gegenläufige Strömung. Dazu schwächelt der Wind bedingt durch die Erhebungen auf der Insel. Das Vollzeug kann stehenbleiben, der Motor wird kurz dazu
geschaltet und wenige Minuten später sind wir aus den Verwirbelungen wieder heraus.
Ballen, unser Ziel für den heutigen Tag, liegt im unteren (Süd) Drittel auf der Ostseite der Insel.
Wir laufen in den kleinen Hafen ein, drehen erst einmal ein paar Runden, um zu sehen, wo
wir überhaupt festmachen können. Platz ist reichlich, fast alle Plätze an den wenigen Schwimm-
stegen sind frei. Sie haben nur einen Nachteil: der Tiefgang ist für uns nicht geeignet. Und in
Schiet wollen wir nicht unbedingt reinfahren und uns festfressen. Letztendlich legen wir uns längsseits an die Holzpier im Eingangsbereich des kleinen Hafens. Um 16.55 Uhr kommt der Motor
in die Ruhephase.
Schiff aufklaren und uns feinmachen. Wir wollen noch den kleinen Ort erkunden. Na ja, nach
einer dreiviertel Stunde haben wir wohl alles gesehen, was so zu sehen ist. Es sieht alles ge-
mütlich und geruhsam aus. Die kleinen alten Fachwerkhäuser, zum Teil noch mit Reet gedeckt,
sehen hübsch aus. Eines dieser Häuschen ist als Restaurant ausgewiesen. Die Preise auf der
Speisekarte am Eingang treiben uns fluchtartig davon.
Dann lieber an Bord kochen. Wir haben heute Grillkoteletts. Neben der Pier sind einige passende
Steine, um die Alu-Grillpfannen darauf zu deponieren. Nach 20 Minuten sollen die Koteletts gar
sein. Bei uns dauerte es eben die doppelte Zeit. Der Wind, der Wind ....
Dazu gibt es wieder Salzkartoffeln und reichlich Paprika-Mais-Salat mit viel Zwiebeln und Knob-
lauch, Pfeffer, Salz und abgeschmeckt mit Balsamico-Essig. Gourmet-Küche, oder etwa nicht?
Mittwoch, den 13. Mai 2009 |
Ballen | nach | Aarhus | FdW. 37 Sm |
| | N 55°50' 000 | | N 56° 09' 000 | |
| | E 10° 38' 000 | | E 10° 14' 000 | |
Es verspricht wieder ein schöner Tag zu werden. Nur wenige Wolken, die Sonne hat freie Bahn.
Der Wind steht von NNO mit 2 – 3 Bft. Um 8.00 Uhr sind aber erst einmal „Reparaturarbeiten“ vor-
gesehen. Der Danebro muss geborgen werden, er hing nur noch einseitig an einem seidenen Faden. Ich werde als Leichtgewicht in den Mast geschickt und knüpfe die Leine los. Ein Ersatzbändsel wird eingeknotet und schon kann die dänische Flagge wieder gesetzt werden. Nach dieser
schweren Arbeit mussten die Lebensgeister mit einem ausgiebigen Frühstück belohnt werden.
Um 10.15 Uhr beginnt der Motor zu brummen. Wir legen ab und halten Kurs auf 38° bis wir nach
7 Sm um 11.20 Uhr den Motor abstellen und Vollzeug setzen können. Unter Segeln liegt der Kurs
jetzt bei 340° bis 10°. Ab 11.50 Uhr halten wir dann nur noch 340° direkt auf das in der Ferne
liegende Aarhus zu. Das Wetter ändert sich etwas, es ist jetzt zu ¾ bedeckt, der Wind steht von
NO mit 2 – 3 Bft, wird zunehmend schwächer. Um 14.20 Uhr rollen wir die Genua ein, setzen dafür
den Blister. Der bringt uns besser voran. Lange geht es nicht gut, um 15.15 Uhr bergen wir auch
noch das Gross und schippern nur noch unter Blister voran. Bis 16.25 Uhr können wir uns mit
immer langsamer werdenden Fahrt durchs Wasser schieben. Dann geht nichts mehr, der wenige
Wind schwojt jetzt auch noch. Ein vernünftiger Kurs ist nicht mehr zu halten. Na ja, wir haben ja
schliesslich auch einen Motor. Also bekommt der Jockel zu tun. Zum Glück ist es bis Aarhus nicht
mehr allzu weit. Vielleicht zwei Meilen.
Wir steuern zunächst den Haupthafen an und drehen darin unsere Runden. Zum Anlegen scheint für Segler nichts vorgesehen zu sein. Vielleicht ginge es am Kai direkt an der vielbefahrenen Strasse mit grossen, ungemütlich aussehenden Hochhäusern dahinter. Es schüttelt uns, wenn wir nur daran denken, dort zu liegen.
Etwa eine Meile weiter südlich gibt es nach Karte eine Marina. Das Hafenhandbuch weist sie als sehr gepflegt aus. Wir drehen aus dem alten Industriehafen ab und nehmen Kurs auf die Marina. Was wir entlang der riesigen Mole vom Hafen und der Stadt zu sehen bekommen, reisst uns nicht vom Hocker. Die Marina ist ziemlich voll, für Gastlieger ist allerdings Platz. Um 18.05 Uhr liegen wir am Steg fest und der Motor wird in Ruhestellung geschickt.
Es gibt reichlich Restaurants und Geschäfte. Die Preise darf man sich nicht so genau ansehen.
Immerhin finden wir das automatische Hafenmeisterbüro, dicht dabei Duschen und Toiletten.
Nachdem wir auch davon ausgiebigen Gebrauch gemacht haben, können wir uns unter die vielen gutgekleideten Menschen mischen. Vorher müssen wir in deren Augen wohl doch etwas verwegen ausgesehen haben.
Lange Zeit zum Leute kucken haben wir nicht. Denn nach dem heute doch arbeitsreichen Tag
meldet sich der Hunger. Wir sind gut gerüstet: es gibt Specknudeln mit Grillwurst (aus der
Pfanne) und dazu reichlich Tomatensalat. Erstaunlich, welche Mengen verdrückt werden. Auf
jeden Fall schmeckte es wieder einmal gut und dank der vollen Bäuche konnten wir uns an-
schliessend mit Behagen dem abendlichen Klönschnack widmen.
Donnerstag, den 14. Mai 2009 |
Aarhus | nach | Ebeltoft | FdW. 28 Sm |
| | N 56° 09' 000 | | N 56°12' 000 | |
| | E 10° 14' 000 | | E 10° 39' 000 | |
Der heutige Morgen verspricht nichts Gutes. Der Himmel ist zu ¾ mit dicken schwarzen Wolken
verhangen. Der Wind säuselt schwach von Ost mit 0 bis 1 Bft. Wir schieben uns deshalb um 10.05 Uhr unter Motor aus der Marina und lassen den Jockel auch weiterarbeiten. Segel brauchen wir gar nicht zu setzen, es lohnt sich nicht. Der Kurs liegt zunächst mit 100° an. Nachdem wir die Huk bei
Sletterhage südlich passiert haben, können wir in die grosse Bucht von Ebeltoft einlaufen. Der Kurs liegt bei 10°.
Einige Meilen vor uns ballt sich eine riesige Regenwand, direkt in Höhe des Abzweiges nach Ebel-
toft. Es sieht zunehmend bedrohlicher aus. Wir machen uns wetterfest, ziehen auch die Gummistie-
fel an. Das schwarze Wolkengebirge nimmt zunehmend eine runde Form mit einem kleinen hellen
Auge in der Mitte an. Hoffentlich keine Wasserhose, die könnte grausam werden.
Es ist 12.40 Uhr als wir uns gerade an den Abzweig nach Ebeltoft herangearbeitet haben, da geht es los. Eine enorme Windbö, dann pladdert es auch schon runter. Die Sicht liegt bei weniger als 100 Meter, dazu kommt starker Wind aus NO mit 6 bis 7 Bft. Kein Denken mehr daran, dass wir
in die schmale, gewundene Zufahrt nach Ebeltoft reinkönnen. Wir würden sofort auf Schiet sitzen. Kreisen deshalb unweit der Einfahrt fast eine halbe Stunde im tiefen Wasser bis Wind und Regen nachlassen und die Sicht akzeptabel wird. Als wir schliesslich die erste Tonne in etwa einer Meile Entfernung ausmachen können, wagen wir uns in Rinne, die teilweise ja nur 10 m breit ist. Kurs halten und kontrollieren ist hier oberstes Gebot.
Als wir uns Ebeltoft mit seinen drei Marinas nähern, klart es zunehmend auf. Steuern die südliche Marina an, da dort genügend Tiefgang vorhanden ist. Die Stege sind zum grössten Teil belegt. Wir legen uns deshalb an den Kopf des einen Steges und siehe da, kaum sind wir um 14.05 Uhr fest, kommt doch tatsächlich die Sonne heraus! Die Wolken haben sich nach Westen verzogen.
Ein hübscher kleiner langgestreckter Ort tut sich vor uns auf. Das müssen wir uns doch ansehen!
Wir machen uns landfein und auf geht's. Nördlich haben wir die drei Masten eines grossen Segel-
schiffes ausgemacht. Beim Näherkommen stellt sich heraus, dass es sich um den letzten Gross-
segler handelt, der noch in Europa existiert. Es ist die Fregatte „Jylland“. Gewaltig, gewaltig ....
Eine Besichtigung des Schiffes mit dem angeschlossenen Museum kommt nicht infrage. Die Ein-
trittspreise liegen jenseits von Gut und Böse.
Wir schlendern weiter in das alte Stadtzentrum. Nette, alte Häuschen, zum Teil mit ausgebeulten
Wänden (Fachwerk und Lehm), und schön bunt angemalt. Bei strahlendem Sonnenschein sehen
wir uns den alten Stadtkern an. Sehen, was gesehen werden muss. Auf dem Rückweg kommen
wir an einem Supermarkt vorbei. Besorgen für den heutigen Abend und den morgigen Tag noch
einige Sachen. Dann zurück zum Boot.
Es geht wieder rund in der Pantry. Jörn hat das Kommando übernommen und will uns mit Labs-kaus laben. Der grösste Topf ist dafür gerade klein genug, um die ganzen Zutaten aufzunehmen.
Allerdings, und das ist abweichend von dem üblichen Labskaus, es dürfen keine Rote Beete
mit verarbeitet werden. Auch gut. Für diejenigen, die doch die Rüben haben wollen, haben wir extra
ein kleines Glas besorgt. Ich muss sagen, es hat auch ohne Rüben hervorragend geschmeckt.
So gut, dass nicht nur ich sondern wir uns alle total überfressen haben! Ein voller Bauch schnarcht
gern. Das war in der folgenden Nacht vierstimmig in weitem Umkreis unseres Bootes zu hören!
Freitag, den 15. Mai 2009 |
Ebeltoft | nach | Greena | FdW. 52 Sm |
| | N 56°12' 000 | | N 56° 25' 000 | |
| | E 10° 39' 000 | | E 10° 55' 000 | |
Am frühen Morgen werden wir vom schönsten Wetter überrascht. Herrlichster Sonnenschein, keine
Wolke zu sehen. Der Wind bläst aus Ost mit 3 Bft. Unter den Voraussetzungen schmeckt das Früh-
stück doppelt gut. Nach der Sättigungszeremonie und Klarschiff in der Pantry legen wir ab und fahren die kurze Strecke zur Tankstelle. Wir nehmen 65 Liter Diesel über, wobei hier allerdings die
Menge der Vorgängercrew mit eingerechnet ist. Und wieviel die unter Motor gefahren sind, wissen wir nicht. Wir kamen bis hierher auf kanpp 12 Motorstunden, hauptsächlich gefahren bei Hafen- manövern und mässiger Drehzahl. Um 9.50 Uhr legen wir an der Tanke ab und verabschieden uns von Ebeltoft. Heute morgen ist Niedrigwasser. Überrascht stellen wir fest, dass neben der Fahrrinne nach draussen alles trockengefallen ist. Wer hier nicht genau navigiert, der sitzt ganz schnell im Modder fest. Aber wir sind ja Klasse!
Um 10.30 Uhr sind wir im tiefen Wasser. Motor aus und Lappen hoch. Wir wollen segeln. Der Wind ist stärker geworden, bläst jetzt mit 4 Bft aus Ost und ist erfrischend kalt. Um aus dem Sund herauszukommen, müssen wir 180° fahren. Die Segel stehen prall auf Halbwindstellung. Die Süd-spitze der Ebeltofter Halbinsel müssen wir weiträumig umfahren. Es liegen da doch so einige Untiefen herum.
Nachdem wir die Halbinselspitze gerundet haben, können wir auf Nordkurs gehen. Die Hjelm
Banke mit Leuchtturm bleibt an Steuerbord liegen. Nur nicht zu nah an diese mit Untiefen gespickte Stelle herangehen. Während wir noch nordwärts trudeln, frischt der Wind immer mehr auf und dreht auf NO. Die gegenläufige Welle wird immer höher. Als wir dann auch noch die Windstärke mit
5 bis 6 Bft und in Spitzen bis 7 Bft notieren, ist klar, dass wir diesen Kurs nicht mehr lange halten
können. Im Cockpit ist man selbst unter der Sprayhood nicht mehr ganz sicher vor überkommenden
Wasserspritzern. Wir ändern den Kurs auf 45° und laufen die Wellen schräg an. So können wir
die mittlerweise grossartige Rauschefahrt geniessen.
Nachdem wir diesen Kurs mit 7 bis 8 Knoten Geschwindigkeit etwa 1 ½ Stunden gesegelt waren, standen wir bereits weit östlich Briseis Flak. Zeit für eine Wende, Segel nach Backbord und mit
gleich hoher Fahrt können wir Grenaa direkt anlegen. Noch ein ganzes Stück vor der Stadt wird
es ungemütlich. Vor dem sogenannten Industriehafen tummeln sich Fähren, Frachter und sonstiges
schwimmbares Gerümpel. Sicherheitshalber bergen wir die Segel und schippern unter Motor
weiter. Es ist nicht mehr weit. Wir steuern den Jachthafen im südlichen Teil des Hafenkomplexes
an. Eine Runde, um uns zu informieren. Dann steht unser Liegeplatz zwischen den Dalben fest.
Auch wenn es zwischen den Dalben ein wenig eng aussieht...., na ja, die Dinger kann man schliesslich auch etwas wegdrücken. Jörn steht am Ruder und zeigt, wie man auch zwischen
Dalben RK anlegen kann. Gegen 17.00 Uhr verstummt der Motor. Wir haben fertig .....
Aus den noch vorhandenen Resten zaubern wir ein reichliches Abendessen. Dann ist Zeit, den
ganzen Törn im Gedächtnis passieren zu lassen und ausgiebig zu kommentieren. Nicht von
ungefähr wird der heutige Segeltag mit einem Etmal von 52 Sm mit dem Prädikat „sehr gut“ eingestuft. Das war eben Segeln pur! Fairerweise sollte man aber doch jeden Tag mit der vor-
genannten Benotung belegen. Es war doch immer schön!
Sonnabend, den 16. Mai 2009 |
Greena | nach | Buchholz | |
Morgens die Überraschung, keine Sonne, dafür alles Grau in Grau. Regen bzw. schlechtes Wetter
liegt förmlich in der Luft. Wir stauen unsere Sachen in die Seesäcke und Taschen, lassen diese aber noch geschützt im Salon stehen. Horst Möde, Skipper der Nachfolgecrew, meldet sich von
urterwegs. Er rechnet damit, dass sie gegen 11.00 Uhr da sind. Wir können uns Zeit lassen mit
den restlichen Arbeiten, d.h. Pantry aufklaren und Salon und Kajüten auf das Feinste zu säubern. Wir sind ja auch ordentliche Seemänner und wollen uns nichts nachsagen lassen.
Die 6er Crew trifft ein. Wir helfen mit beim Transport des umfangreichen Gepäcks, das sie mit- bringen, und stauen unsere dagegen wenigen Stück im Wagen. Die Bootsübergabe wird kurz erledigt, es ist ja alles in bester Ordnung. Es fängt an zu nieseln, nur weg. Am späten Nach-
mittag trudeln wir nach einer gemütlichen Fahrt bei Sonnenschein in Buchholz ein.
Wie wir später erfahren, hatten die Nachfolger nicht so ein Glück mit dem Wetter. Zwei Tage ein- geweht und reichlich Regen. Dazu ein Crewmitglied, das mit Grünwerden zu kämpfen hatte.
Dann also auf ein Neues und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel .........
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