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Rügen rund Törnbeschreibungen im Seesack.Net |
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Rügen rund, Spätsommertörn 2007Crewliste
TörnplanDer Törn ist geplant vom 08. bis 15. September 2007 und wird in Stralsund beginnen und in Warnemünde enden.Samstag, den 08.09.2007 Anreise nach Stralsund
12.30 Schiffsübergabe, anschließend Creweinweisung. Hafengeld 19,- EUR plus Automaten und Gebühren für jeden Extra-Furz. Hierfür muß eine Geldkarte gemietet werden, die 1. alle Türen öffnen soll und von der 2. alle anfallenden Gebühren für Strom, Wasser,Dusche etc abgebucht werden. Schon am Waschhaus funktioniert sie nicht, deshalb Klo und Wascheinrichtungen erst nach längerem Fußmarsch zu erreichen! Das fällt auf in den Häfen Meck-Pomms: Überall teure Automaten um den Hafengästen für eigentlich selbstverständliche Dienste ein Extraentgelt zu entlocken. Ob die Automaten selbst mit den überhöhten Gebühren jemals Ihre Anschaffungs- und Wartungskosten wieder einspielen können, ist zu bezweifeln! Wie schön sind doch solche Häfen wie zum Beispiel Ystad, wo mit der Hafengebühr von 20,- EUR alle Dienste selbst incl. Nutzung des W-LAN Anschlusses abgegolten sind.
Da wir uns entschieden haben zunächst nach Süden zu Segeln, die Brücke über den Strelasund tagsüber aber geschlossen bleibt, beschlißen wir erst morgen früh auszulaufen, und ermöglichen uns so einen ausgiebigen Landgang in Stralsund.
Die alte Hansestadt bietet inmitten von restaurierten Bürgerhäusern und imposanten Backsteinkirchen eine Vielzahl von wertvollen Zeugnissen der Hansezeit.Die mittelalterlichen Stadt Stralsund war ein wichtiges Handelszentren der Hanse im 14. und 15. Jahrhundert.Sie hat ihren mittelalterlichen Grundriss mit Straßennetz-, Quartier- und Parzellenstruktur bis heute bewahrt.Es gibt viel gotische Backsteinbautechnik zu bewundern, wie zum Beispiel an den sechs gotischen Backsteinkirchen, dem Stralsunder Rathaus und einer Reihe von Wohn-, Handels- und Handwerksbegäuden. Die "Historischen Altstädte Stralsund und Wismar" sind im Juni 2002 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden.
Viel Freude hatten wir auch ein einer Hobby-Gruppe, die auf einer Wiese vor der Promenade das Leben in einem Soldatenlager im Jahre 1806 spielte. So konnten wir lernen wie und in welchen Zelten damals gelebt wurde, was gegessen wurde und mit welchen Waffen gekämpft wurde. Aber es wurde nicht nur an Kampf gedacht, es wurde auch gehandelt und musiziert. Sonntag, den 09.09.200 von Stralsund nach Peenemünde
Nicht ganz ausgeschlafen und aber schon gefrühstückt legen wir um 09.00 Uhr ab und reihen uns in die Warteschleifen fahrenden Boote vor der Hubbrücke ein. Diese öffnet pünktlich um 09.20 Uhr und wir nehmen Kurs auf in Richtung Peenemünde. Der Wind bläst aus NW mit 4-5, später satten 5 Bft. Da wir auf Vorwindkurs durch den Sund kreuzen müssen, setzen wir nur die Genua und können auch so alle "Mitbewerber" in Schach halten. Das Wetter ist heiter bis wolkig und der günstige Wind treibt uns schnell ans Ziel.So sind wir schon um 14.15 Uhr fest in Pennemünde im . Hafen des dortigen Segelclubs. (33 Sm) Wir sind die einzigen Gastlieger, aber auch nur für uns kommt der Hafenmeister zur ausgewiesenen Dienstzeit angefahren, führt mit uns einen ausgiebigen Plausch, kassiert das Hafengeld von 11,- EUR und verkauft uns noch ein paar Duschmarken zu je 1,- EUR für das Clubhaus.
In Peenemünde gibt es neben dem U-Boot Museum auch das "Historisch-technische Informationszentrum" welches die "Wiege der Raumfahrt" dokumentiert. An dieser Stätte arbeitete Wernher von Braun u.a an der ballistischen Rakete des Heeres A4, der späteren "V2".Wir stürzen uns aber zunächst auf das ausrangierte U-Boot der Baltischen Rotbannerflotte. Vertäut an der Pier des ehemaligen Marinestützpunktes der 1. Flottille ist die JULIETT U-461 ein Besuchermagnet für Urlauber und Marineinteressierte aus Nah und Fern. Es gibt einen Rundgang durch das obere Deck, auf dem sich alle Bedienungselemente befinden.Hier kann man sich einen realistischen Eindruck verschaffen, welchen Belastungen die Besatzungen von U-Booten ausgesetzt waren. Selbst auf diesen, dem größten jemals gebauten U-Boot mit konventionellem Antrieb, geht so eng zu, dass auch in aufgetauchtem Zustand in Friedenszeiten Anflüge von Platzangst zu verzeichnen sind. Anschließend ging es dann in das Historisch-Technisches Informationszentrum Peenemünde, das im Kraftwerk der ehemaligen Heeresversuchsanstalt - dem größten technischen Denkmal Mecklenburg-Vorpommerns - zum einen aufzuzeigen versucht, an welcher revolutionären Technik hier geforscht wurde, zum anderen aber auch Gedenkstelle für erlittenes Leid abertausender Gefangenen und Verfolgten sein will. Montag, den 10.09.2007 von Peenemünde nach Lauterbach
11.00 Auslaufen Peenemünde. Wind SSW 5, später 6, nachmittags 4-5, bedeckt und regnerisch. Wir starten mit gereffter Genua und gerefftem Gross,stellen aber bald fest, dass bei raumen Wind auch die ganze Genua vertragen können. Das erzeugt dann auch gleich Vortrieb für 7-8 Knoten nach GPS. Auf dem Flach östlich der Insel Vilm liegt eine Yacht hoch und trocken und gestikuliert nach Hilfe. Lauf Karte ist es dort 1,4m tief, also viel zu flach für unsere 1,95m Tiefgang. Wir setzen unsere Fahrt nach Lauterbach (noch 2Sm) fort und machen um 14.15 Uhr fest in
Lauterbach. (21Sm) Wir machen bericht beim Hafenmeister, und der schickt sofort den Rettungskreuzer in Richtung Havaristen. Hafengeld
14 EUR.
Der Duschautomat nimmt zwar Geld, das Wasser bleibt aber kalt. Weil der Misstand bekannt war, habe ich zwar anstandslos eine neue Duschmarke bekommen, aber geholfen hat es mir nicht, weil ich längst zu Hause bin, die Duschmarke aber immer noch habe. Der Strom am Steg war ehemals auch mit Geldautomat. derv ist inzwischen aber kaputt und dafür mit 2A abgesicherhert. das ist so wenig, dass wir unseren Warmwasserbereiter abstellen mussten damit die Sicherung hält.Lauterbach ist Stadteil von Putbus zeichnet sich vor allem durch seinen Segelhafen und die dort eingebundene Werft aus. Hier baute die Bootsbau Rügen schon zu DDR-Zeiten Segelyachten mit schutzbietendem Steuerhaus. Direkt vor Lauterbach im Greifswalder Bodden liegt die kleine Insel Vilm. Zu DDR Zeiten war Vilm für die Öffentlichkeit gesperrt, da hier Ferienhäuser für Spitzenpolitiker wie Erich Honecker standen. Putbus selbst ist die jüngste Stadt auf Rügen, jedoch das älteste Inselbad. Nach der politischen Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit dem Circus, dem Marktplatz mit dem Rathaus, der Orangerie und dem Marstall als Theater gründlich saniert. Putbus bietet heute Wieder ein ungewöhnlich geschlossenenes Stadtbild in Weiß. Die Rügensche Kleinbahn – auch Rasender Roland genannt - wurde als Schmalspurbahn 1895 von Binz nach Putbus gebaut und ist noch heute in Betrieb. Dienstag, den 11.09.2007 von Lauterbach nach Sassnitz.
09.55 Leinen los, Wind NW 3-4, heiter bis wolkig, über mittag NW 4, nachmittags sonnig,abends W2, 1023 mbar 19.30 fest in
Sassnitz. (47Sm). Der Yachthafen von Sassnitz ist eine einzige Baustelle. Wir machen an der Rückseite der Aussenmole fest. eine andere Möglichkeit gibt es zur Zeit nicht. An der Pier stehen zwei Dixi-Klos, eins für Weiblein und ein nicht näher bezeichnetes. Weitere Sanitäranlagen in Sichtweite Fehlanzeige, aber Landstrom ist da. Nächsten Morgen kommt der Hafenmeister und kassiert 13,50 EURIm Juli 2007 wurde eine 274 m lange Hängebrücke eingeweiht, die das bisherige Stadtzentrum zwischen Bahnhof, Rügen-Galerie, Kurhotel und Hauptstraße um einen weiteren Bereich, den Sassnitzer Hafen, erweitert. Die reine Fußgängerbrücke führt vom Glasbahnhof fast frei schwingend hinauf Stadtzentrum zwischen Bahnhof, Rügen-Galerie, Kurhotel und Hauptstraße. Leider ist es schon spät und unser weit entfernter Liegeplatz lädt nicht unbedingt zum Landgang ein. Deshalb beschließen wir den Abend mit einigen Runden "Grauer Laus" bei einem guten Schluck Rotwein zu beenden. Für die, die es nicht kennen: Graue Laus ist ein Ramsch zu viert. Jeder Mitspieler bekommt 8 Karten. Es gelten die gleichen Regeln wie beim Ramsch mit einer Erschwernis: Die Kreuz-Dame zählt 200 und die Pik-Dame zählt 100. Beide Karten werden aber normal gespielt. Erschwerter Sinn des Spiels ist natürlich zu versuchen, diese Damen auf keinen Fall zu erhalten, sondern wenn machbar (igitt wie gemein), möglichst beide einem anderen unterzujubeln. Einfach grausam!! Mittwoch, den 12.09.2006 von Sassnitz nach Vitte
09.30 Leinen los, W 3-4, 11.00 WSW 6-7, anfangs bedeckt, später heiter bis wolkig, 19.45 fest in Vitte. (52Sm).Hafengeld 19,- EUR. Nach anfänglich noch moderatem Wind am Vormittag gab es dann ab Mittag zum ersten Mal dieser Reise so richtig auf die Mütze. Wir reffen Groß und Genua und laufen erstmal mit. Härter wird es erst, als wir hinter Kap Arcona die Richtung wechseln müssen und gegen den Wind laufen. Leider laufen wir auf Grund der gerefften segel auch keine Vernünftige Höhe mehr und kommen auf der Kreuz nicht so voran wie es für ein halbwegs zeitiges Eintreffen in Vitte erforderlich gewesen wäre. Deshalb mußte für die letzten Meilen der Motor mithelfen. Bei immer noch steifem Wind, versuchen wir im Haupthafen
von Vitte einen Liegeplatz zu erhaschen, weil der private Segelhafen in unserem Hafenhandbuch nur mit einer Tiefe von 2m angegeben ist. Leider Fehlanzeige, denn die wenigen Plätze an der Hafenpier waren besetzt und der Angelverein duldet keine Gastlieger. Auch ein Traditionssegler verweigert das "Päckchen"
Wie der Zufall es so will, kommt in diesem Moment ein Ruf der "Rüm Hard" über UKW, ob denn die "Heide-Witzka" in der Ihrer Nähe wäre. Das war in soweit verabredet, als wir beide vorhatten in dieser Woche irgenwo um Rügen herum zu segeln, und dass wir versuchen wollten uns per Funk zu finden. Schnell war abgeklärt, dass die "Rüm Hard" im Sportboothafen nebenan lag, und dass es dort auch für und tief genug war. 10 Minuten Später haben wir hinter der "Rüm Hard" festgemacht und trinken das erste gemeinsame Bier. Donnerstag, den 13.09.2007 von Vitte nach Warnemünde
Der Wetterbericht DP07 um 09.45 uhr hat nichts Gutes für uns zu bieten: Starkwind mit zunehmender Tendenz aus westlichen Richtungen. Das heißt voll gegenan und es kann nur noch schlimmer werden. Nachdem der Hafen von Darsser Ort auch als Nothafen geschlossen wurde, bedeutet das wenigstens 50sm ohne Hafen bis nach Warnemünde. Von Vitte sind es dementsprechend mehr. Trotzdem beschließen wir von hieraus in einem Rutsch nach Warnemünde durchzufahren, da es mit Zwischenstop einen Tag später nur noch schlimmer kommen kann.Wir starten um 10.30 und rauschen mit Motor und Genua bei W 4-5 und noch glatter See durch die Rinnen im Vitter- und Schaproder Bodden vorbei an Barhöft in die offene Ostsee. Mittlerweile ist es 13.30, der Wind bläst mit 6 Bft aus WSW. Es geht fast genau gegenan, die See ist 2-3m hoch und wir haben noch ca. 50 Sm bis nach Warnemünde. Die genua können wir mit Reff als Stützsegel gerade stehen lassen, müssen die Motorleistung aber zurücknehmen, um nicht fortlaufend in die Brecher hineinzuknallen.
So geht es bis 17.00 Uhr bis wir Darsser Ort querab haben. Jetzt ist der Kurs nicht mehr West sonden SW. Wir schneiden die Welle von nun etwas schräge an, das harte Eintauchen ist vorbei und wir können die Fahrt wieder etwas erhöhen. Kurz vor 21.00 Uhr, es ist inzwischen schon dunkel, haben wir die Einfahrt zum Sportboothafen "Hohe Düne" erreicht. Die Einfahrt gestaltet sich schwierig, da im Hintergrund alles hell erleuchtet ist, in der Einfahrt aber etliche unbeleuchtete Pfähle stehen - das hätte man besser lösen können. Liegeplatzprobleme gibt es nicht, wir können unseren Platz aussuchen und sind um 21.00 fest in Hohe Düne. Das Hafengeld beträgt am ersten Tag 20,- und am zweiten Tag 19,- EUR, Duschen und Wasser kosten jeweils 1,- EUR Extra. Strom und Internetzugang sind frei. Es gibt einen Electronic-Chip, der einem alle Türen öffnet und auch kostenlosen Transfer mit der Barkasse zum Alten Strom bietet. Die Anlage ist der reinste Luxus und es fällt schwer zu glauben, dass dies alles kostendeckend darzustellen ist. Wenn doch, sind alle vorher bezahlten Hafengelder die reinste und auch häufig empfundene Abzocke.
Trotz der späten Stunde sind die Restaurants in der Anlage noch geöffnet. Wir entscheiden und für das Steakhaus und sind auch hier nicht enttäuscht - das Preis- Leistungsverhältnis ist stimmig und es gibt nichts zu meckern. Freitag, den 14.09.2007 von Warnemünde nach Rostock und zurück
Draußen ist noch das gleiche Wetter wie gestern. Deshalb hat auch niemand so richtig Lust auf einen Dreiecksschlag vor Warnemünde, zumal der Wetterbericht wieder mit noch härterem Winden droht. Deshalb beschließen wir eine Hafenrundfahrt Warnemünde - Rostock und zurück. Wir starten um 11.00 Uhr und machen zunächst noch einmal im Alten Strom fest, um zum letzten Mal die Lebensmittelvorräte zu ergänzen. Dann geht es weiter in Richtung Rostock. Leider nicht so wie geplant, denn unser Motor fängt an zu streiken. Immer wieder fällt die Motordrehzahl um einige 100 Umdrehungen ab, um dann etwas später wieder hochzudrehen. Meine Diagnose: Brennstofffilter. Wir quälen uns noch bis Rostock, aber es wird nicht besser. Deshalb laufen wir auf der Rückfahrt die Volvo-Vertretung an, dessen Firmenlogo uns auf der Hinfahrt signalisiert hatte, dass wir mit unserem Problem eventuell nicht allein sind. Uns wurde auch sofort geholfen und nach Wechsel des Vorfilters und Reinigung des Feinfilters war der Spuk Vorbei. Ich war erleichtert, denn jetzt konnte ich das Schiff mit ruhugem Gewissen an unsere nachfolger übergeben.
Zum Abendessen gab es übrigens das legendäre Labskaus nach Art SeesackNet, dessen Zubereitung dem Skipper schon vor Reiseantritt abgerungen wurde und jetzt quasi in letzter Sekunde abgefordert wurde. Alle waren nach dem Essen wieder voll des Lobes, was ein zufriedenes Lächeln im Gesicht des Erzeugers aufziehen ließ. Samstag, den 15.09.2007 Übergabe des Schiffes und Heimfahrt
Für heute bleibt uns nur die Taschen zu packen und das Schiff auzuklaren. In der Nacht gab es den schon lange angesagten Sturm, der auch jetzt über Tag noch unverändert heftig das Wasser vor Warnemünde aufpeitschte. Selbst im Hafen gab es Welle und das Wasser spritzte bis auf den Steg. Uns fällt der Abschied deshalb nicht ganz so schwer, als um 11.00 Uhr unsere Ablösung auf der Matte steht. Die hatten es nicht eilig, denn bei dem Wetter war schon klar, dass für sie heute ein Hafentag war.Bleibt nur noch ein Fazit zun ziehen und das von den neuen Tourismuszielen Gebotene zu beurteilen. Das fällt leider nur gemischt aus, denn häufig stimmt das Preis-Leistungsverhältnis nicht! Das gilt nicht nur für die Hafenanlagen und deren Instandhaltungsstandards, sondern auch für die Gastronomie, die von den Preisen her sich längst westlichem Niveau angeglichen hat, von den Leistungen her aber nicht immer up to date ist. Dies wurde allerdings in einem vorangegangenen Törn festgestellt, weshalb wir auf diesem Törn schon weitgehendst selbst gekocht haben. Rundum rühmliche Ausnahme ist der Hafen "Hohe Düne", der nicht nur hervorragende Hafen- und Sanitäranlagen bietet. Hier gab es auch die knackigsten Frühstücksbrötchen zu zugegebenermaßen auch in anderen Häfen günstigeren Preisen als zu Haus.
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