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Bornholm Törnbeschreibungen im Seesack.Net |
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Bornholm, Sommertörn 2007Crewliste
TörnplanDer Törn ist geplant vom 11. bis 18. August 2007 und wird in Simrishamn beginnen und in Ystad enden.
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Freitag, den 10.08. bis Samstag, den 11.08.2007Anreise von Buchholz nach Simrishamn
10.08.200 um 18.30 Abfahrt in Buchholz mit Leihwagen zunächst über Brackel und Einsammeln der Restcrew. Dann über Rostock, Fähre nach Trelleborg und weiter nach
Simrishamn
. Ankunft in Trelleborg um 06.30. Das war gerade rechtzeitig, um in Ruhe von Bord zu fahren und gelassen die schwedischen Geschwindigkeitsbeschränkungen zu akzeptieren. Soll ja nicht ganz billig sein, diese zu missachten. Auf halber Strecke kam dann auch schon der Anruf unserer Vorgänger-Crew, wo wir denn wohl wären und wie die endgültige Zielfindung am besten zu bewältigen wäre.Der Liegeplatz an der Tankstelle, der bis ca. 11.00 in Absprache mit dem Pächter von unserem Schiff genutzt werden durfte, war für den Crewwechsel hervorragend geeignet! Wir konnten mit dem Auto bis ans Boot fahren und hatten mit der Schlepperei des Gepäcks und vor allem des Proviants keine Last. . Um 10.00 Uhr waren Bootsübergabe und Autotausch gegessen und wir waren allein mit "unserem" Schiff.
Eigentlich wollten wir es heute ganz ruhig angehen lassen, denn die Anreise hatte uns doch etwas geschlaucht. Doch allein das Gefühl nun Herr über das schöne neue Schiff zu sein, war Antrieb genug für einen ersten Probeschlag. Da wir unseren Liegeplatz an der Tankstelle ohnehin aufgeben mußten, haben wir das Ablegemanöver gleich genutzt und eine ersten Schlag nach draußen gemacht. Bei nördlichem Wind um 2-3 Bft. und leichter Bewölkung machen wir uns bekannt mit der Bedienung von Motor, Haupt- und Vorsegel, sowie dem Ausbringen von Fendern und Festmachern. Um 15.00 sind wir wieder fest in Simrishamn und sind gewiß, daß das seglerische Potential unserer Yacht uns nicht enttäuschen wird. ( Hafengeld 20 € )
Es ist noch früh am Tag, und so ist noch Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang durch das kleine Städtchen. Das bringt am meisten Spaß in der direkt vom Hafen abgehenden Fußgängerzone, wo die alten Fachwerkhäuser alle im besten restaurierten Zustand sind und viele kleine Cafes und Biergärten zum Rasten und Schauen einladen. Auffällig auch die vielen mit Liebe gepflegten Blumenkübel., mit denen die ganze Stadt geschmückt ist. Heute abend wird gegrillt. Das gehört in den schwedischen und dänischen Häfen einfach dazu. Es gibt immer lauschige Plätzchen mit Tischen und Bänken, wo man sich breit machen kann und entweder einen vorhandenen, oder wie wir, den mitgebrachten Grill anschmeißen kann. Fast wäre es in die Hose gegangen, aber das von NW aufziehende Gewitter verzieht sich wieder dahin, wo es hergekommen ist. Sonntag, den 12.08.2007 von Simrisham nach Gudhjem
11.00 Auslaufen. Wind anfangs umlaufend später SW 2-3, 1012 mbar, bedeckt bis wolkig. 16.45 fest in Gudhjem. 34.5 Sm . Hafengebühr 130 DKr.
Wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht. Deshalb wird morgens erstmal ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt und anschließend seeklar gemacht. Als wir auslaufen scheint die Sonne und die Sicht ist im Gegensatz zu den Vortagen recht ordentlich. Nur der Wind läßt auf sich warten. Wir nutzen das um Selbststeueranlage, Kartenplotter und AIS zu studieren und sind begeistert darüber, was moderne Elektronik zu leisten im Stande ist, und wie hilfreich sie eingesetzt werden kann. Um 13.00 frischt der Wind etwas auf und wir setzen die Segel. Trotz mäßiger 2-3 Bft zeigt das Log über 5 Knoten. Kurskorrekturen sind kaum erforderlich und wenn doch mit dem kleinen Finger durchzuführen. Wir sind begeistert von unserem neuen Schiff und genießen die mühelose Fahrt nach Gudhjem.
Am frühen Nachmittag laufen wir in den Haupthafen von Gudhjem ein. Die Hafenbecken sind, wie auch bei weiteren Häfen auf Bornholm, in den Fels hineingesprengt worden, was dem Hafen und auch dem Ort einen ganz besonderen südlichen Flair verleiht. Es gibt ein Aussen- und ein Innenbecken, wobei das Innenbecken als Sicherheitszelle ausgebildet ist: Bei Wind von über 10 m/s auf die Einfahrt wird das Zwischentor zum Innenhafen einfach geschlossen. Wer drin ist liegt ruhig und sicher - kommt aber auch nicht mehr heraus. Wer draußen ist hat die sog. A-Karte gezogen und sucht sich besser einen Ausweichhafen.Heute sind wir von solchen Problemen zwar weit entfernt, aber der Hafen ist so gut gefüllt, dass wir nur in der allerhintersten Ecke eine freie Mooringleine finden. Hier liegen schon die kleineren Boote, aber das Wasser ist noch tief genug. Nur die Stärke der Mooring von 10mm hätte mir bei schlechterem Wetter Kopfzerbrechen gemacht. Gudhjem ist bekannt für seine drei kleinen gemütlichen Häfen, die roten Dächer, steilen Gassen, malerischen Fachwerkhäuser, Räuchereien, Künstler, Galerien, arbeitenden Werkstätten und die beinahe südländische Stimmung. In den zahlreichen Geschäften der Stadt gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten, und außerdem finden man hier mehrere einladende Cafés und Restaurants. Die beeindruckenden Felsen entlang der Küste öffnen auf verschiedenen Höhenebenen herrliche Aussichten. Montag, den 13.08.2007 von Gudhjem nach Christiansø
11.50 Auslaufen. W 1-2 später W3. 1012 mbar. Sonnig. 15.10. fest in Christiansø. Vierer Päckchen. 11.6 Sm. Hafengebühr 180 DKr.Bei Sonnenschein und wenig Wind verlassen wir Gudhjem in Richtung Christiansø. Angesichts unseres geplanten Etmals von nur gut 10 Sm haben wir viel Zeit und verzichten deshalb auf jegliche Unterstüzung unseres Flautenschiebers und machen den ganzen Weg unter Segeln. Kurz nach 15.00 sind wir im Hafen von Christiansø. Wie in allen einschlägigen Beschreibungen angekündigt, ist der Hafen schon am frühen Nachmittag belegt. Wir gehen längsseits einer polnischen Yacht, dessen Skipper uns allerdings gleich vorwarnt und bekundet, dass er in ca. 1 Std. auslaufen will. Macht nichts! Wir machen erstmal einen ausgiebigen Spaziergang auf der gegenüberliegenden, kleineren Insel Frederiksø.
Die Erbseninseln "Erthomene" liegen ca. 20 km. nördlich von Svaneke und bestehen aus zwei bewohnten Inseln: Christiansø und Frederiksø, sowie aus dem Vogelreservat "Græsholmen" und verschiedenen anderen kleineren Schären- darunter der östlichste Punkt Dänemarks "Østerskær". Christiansø und Frederiksø samt den Gebäuden und dem Festungswerk stehen unter Natur- und Denkmalschutz. Die Inseln und das Hafengebiet sind von der EU zum Vogelschutzgebiet erklärt worden. Die Bewohner müssen unter diesen Bedingungen arbeiten und leben.Irgendwann am Nachmittag entlassen wir die polnische Yacht aus unserer Nische - vor und hinter uns liegt man schon im 3er- oder 4erpäckchen, und machen an der Pier fest. Aber wir bleiben nicht lange allein - neben uns macht eine 42er Sunbeam fest, dessen Skipper sich gleichnach dem Festmachen mit einem Tablett Wodka bedankt. Wir kommen ins Gespräch und stellen fest, dass unsere Schiffe zwar nicht den gleichen Heimathafen haben, aber die Eigner beide aus Buchholz i. d. Nordheide kommen. Dieser Umstand und die Tatsache, dass wir uns gut verstanden haben, hat diesen Abend noch so manchen Wodka der Vernichtung zugeführt. Auch wenns am nächsten Morgen nicht so ganz leicht fiel, die ausführliche Besichtigung der Festung und der Wohnanlgen auf Christiansö ist nicht ausgefallen. An alten wunderbaren Bauwerken ist kein Mangel. Sofort wird man von der Stimmung dort gefangen genommen, und spürt südländisches Flair, Einsamkeit, Ruhe und Gelassenheit. Dienstag, den 14.08.2007 von Christiansø nach Svaneke
10.45 Auslaufen , leicht bewölkt, später sonnig. 1018 mbar, W 1-2. . 10.8 Sm. Liegen an Mooringkette. Letzter freier Platz im Hafen. 14.00 fest imHafen von Svaneke. (18,3 Sm), Hafengeld 130 DKr.Wieder nur ein kurzer Schlag und insofern kein Beinbruch, dass der Wind nur mäßig war. Dafür sind wir schon früh im Hafen, was auch hier äußerst angebracht war, da mal wieder nur noch ein Liegeplatz frei war. In einem reinen Mooringhafen war es dann auch wirklich der letzte, denn Päckchen sind hier nicht möglich.
Wie schon Gudhjem gehört auch Svaneke zu den Häfen, die in den Fels der Küste hineingesprengt wurden und keinen natürlichen Schutz gegen auflandige Winde besitzen. Deshalb auch hier die Anordunung mit Vor- und Innenhafen.Svaneke ist für Kenner. Die Strassen schlängeln sich bergauf und bergab zwischen den alten Steindämmen. Hinter den Straßen findet man üppige Felsengärten mit Maulbeeren und Feigenbäumen. Eine Flut von Galerien, Glasbläsern, Keramikern und Kunsthandwerkern macht Svaneke zu etwas ganz besonderem. Einige von diesen haben offene Werkstätten. Ein besonderes Erlebnis ist der Gang zwischen Hafen und Marktplatz bis zum alten Brennereigang. Hier liegt der Glasmarkt, wo eine Reihe von örtlichen Kunsthandwerkern gemeinsam wirken und verkaufen. Um den Marktplatz herum liegen das Brauhaus Svanekes und die Svaneke Bonbonfabrik. Hier wird noch nach alten Rezepten gebraut, und auch die Produktion der wohlschmeckenden Bonbons erfolgt nach alten Herstellungsverfahren. Mittwoch, den 15.08.2007 von Svaneke nach Allinge
10.50 Auslaufen. 1010 mbar, SW 5, Böen bis 24 Kn. Log bis 9.2 kn. GPS 7.7 kn. Segeln nur mit Genua, trotzdem absolute Rauschefahrt. 14.00 fest im
Hafen von Allinge. 18.0 Sm. Liegen im Päckchen. Hafengeld 130 DKr.
Trotz des frischen Windes problemlose Fahrt mit halben bis raumen Wind. Wir genießen die Geschwindigkeit und den Ausblick auf die nahe Küste. Das hatten wir diesen Törn ja noch gar nicht so richtig. Das Log muß unbedingt geeicht werden, je schneller wir segeln, desto eklatanter die Abweichung zur SOG-Anzeige des GPS. Die alten Häuser und Straßen von Allinge liegen malerisch in den Felsen um den in den Granit gesprengten Hafen herum. Um den Hafen und das Zentrum von Allinge herum liegen einige Restaurants und Cafés, die sich besonders bei schönem Wetter mit ihren Biergärten zum Verweilen und Schauen anbieten. Hinter der Lotsenstation gibt es frische Fischspezialitäten direkt aus der Räucherei. Hier beginnt auch der Küstenpfad, der hügelauf und hügelab durch die Felsen von Allinge nach Sandkås geht. Gerade vor dem Pfad liegt der Løsebæk-Strand, ein feiner und kleiner Sandstrand, der im Sommer für die Einwohner und Gäste von Allinge willkommene Abkühlung bietet. Donnerstag, den 16.08.2007 von Allinge nach Ystad
10.30 Auslaufen. 1008 mbar, Sw 5, bedeckt.10.45 Segel gesetzt, Groß Reff 1, Genua Reff2, nach Log bis 9,7 Kn, nach GPS 7.7KN.11.00 Anlieger nach Ystad gerade noch möglich. 15.00 Sw 4, zunächst die Genua ausgerefft, 15.30 Groß ausgerefft.16.00 Wind dreht auf West 3, Motor an 17.00 Ansteuerung Ystad. 19.00 fest im Hafen von Ystad. .49,5 Sm nach Log, nach GPS nur 40 Sm. Eigentlich war geplant, dass wir heute nach Skillinge oder Simrishamn segeln, aber in Anbetracht der Wetterprognose mit auf West drehenden Winden mit Stärke 6-7 haben wir beschlossen (Lieblingsaussage des Skippers: "Bei mir darf jeder machen was ich will!" ) heute zu versuchen mit einem Anlieger nach Ystad zu kommen, solange der Wind noch aus SW bläst. Wie man sieht hat es geklappt und wir haben uns das Aufkreuzen bei Starkwind aus W erspart. Obwohl der Yachthafen von Ystad nicht der kleinste ist, waren bei unserer Ankunft nur noch Plätze an den relativ ungeschützten Aussenplätzen frei. Der Entschluß trotzdem die Gassen zwischen den Schwengeln abzufahren um nach der wirklich allerletzten Lücke zu suchen hat sich ausgezahlt. Schon in der 1. Gasse lagen unsere neuen Bekannten aus Buchholz mit Ihrer Sunbeam entlang der Verbindungspier und winkten, dass wir längsseits kommen sollten. Wir waren dann allerdings schon der 3. im Päckchen, aber das war weitaus sicherer und ruhiger als in einer Box im Außenschwengel. Selstverständlich gab es noch einen ausgiebigen gemeinsamen Festmacher, der sich zum handfesten Schlaftrunk ausweitete. Freitag, den 17.08.2007 in Ystad
Der erste Eindruck beim Einlaufen mit Ausblick auf den Industriehafen vonYstad läßt überhaupt nicht erahnen, welche wunderschöne Stadt sich hinter dieser Industriekulisse verbirgt! Ystad liegt eingebettet in einer wunderbaren, hügeligen Landschaft. In der Stadt, welche über Jahrhunderte durch Handel und Seefahrt geprägt wurde, kann man an mittelalterlichen Fachwerkhäusern und imposanten Palästen des 19. Jahrhunderts vorbeiflanieren.
Die alte Stadt Ystad ist historisch und modern. Fächwerkhäuser, Gärten, die Marienkirche, Kloster, Restaurants,
Modeboutiquen, und Cafés - in Ystad finden Sie alles. Der
Altstadtbereich
ist als Fußgängerzone ausgewiesen,
und erlaubt so den vielen Touristen gemächlich zu schlendern und die Kulisse der liebevoll gepflegten Gebäude zu studieren, oder in den modern eingerichteten Geschäften zu shoppen.
Wer es noch ruhiger möchte kann sich in einen der vielen Kaffeegärten an die Strasse setzen um zuzusehen, wie die anderen vorbeiflanieren. Wir haben Glück mit dem Wetter. Draußen stürmt es zwar, aber hier in der Innenstadt ist es geschützt und die Sonne scheint. Deshalb haben wir uns für das Flanieren entschieden und lassen dieses ganz besondere Flair auf uns einwirken.Am Abend geht es bei uns wieder hoch her. Joachim hatte abgemacht, dass wir mit unseren Bootsnachbarn unsere noch erheblichen Grillfleischvorräte gemeinsam vernichten wollten. Auf Grund des noch immer erheblichen Windes war das Grillen an Land absolut unmöglich. Also wurde kuzerhand umdisponiert und Ganze in die Kuchenbude und den Salon der Sunbeam verlegt. Angesichts der Vollausstattung unseres Gastgeberschiffes eine weise Entscheidung! Selbst beim Generalstromausfall am Steg konnte Dank eigenen Generators der Betrieb von Elektropfanne, Licht und Kühlung der schier unendlichen Bier und Weinvorräte aufrecht erhalten werden. So ist denn doch noch zu einem Abschlußabend gekommen, der insbesondere den Männern am nächsten Tag so einiges "Kopfzerbrechen" bereiten sollte! Samstag, den 18.08.2007 Übergabe in YstadUm 9.00 Uhr war es dann soweit - die Ablöser sind da. Gepäck raus, Gepäck rein, Übergabe des Schiffes. Um 12.00 Uhr ist alles gelaufen. Wir haben noch viel Zeit, denn unsere Fähre fährt erst um 22.45 ab Trelleborg. Wir machen noch eine Spaziergang durch die Fußgängerzone von Ystad, machen uns dann aber doch schon auf den Weg nach Trelleborg, um dort auch noch ein bißchen herumzugucken. Das hätten wir besser nicht gemacht, denn in Trelleborg haben wir nichts gefunden, was dem Flair und der Ausstrahlung Ystads entsprochen hätte. So sind wir froh, als wir endlich auf die Fähre konnten, um uns dort etwas von den Anstrengungen des Vorabends zu erholen.
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