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Sardinien/Korsika Törnbeschreibungen im Seesack.Net |
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Segeln in und um die Staße von Bonifacio, Frühjahrstörn 2007Crewliste
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Samstag, den 02.06.2007 Anreise von Hamburg nach Olbia
Endlich einmal eine bequeme Anreise für die Crewmitglieder aus dem Süden Hamburgs.Insbesondere Ernesto war begeistert, mußte er doch nicht den nervenaufreibenden Tieflug ertagen, der immer dann angesagt ist, wenn Jörn weiter entfernte Flughäfen mit dem Auto ansteuert. So blieb nur der problemlose Direktflug HH - Olbia.In Olbia angekommen, wurde unsere gute Urlaubslaune allerdings gleich auf das Ärgste strapaziert, als die am Flughafen postierte Taxi-Mafia doch tatsächlich 60,- EUR verlangte um uns die ca. 15 -20km zu unserem Charterhafen Portofisco zu tranportieren. In Portofisco angekommen, kamen wir in einen kräftigen Seeregen, der hier allerdings schon länger wütete. Wir waren auch nicht die ersten, sodaß die wenigen Sonnenschirme vor dem Charterbüro schon fast vollständig mit Schutz suchenden belegt waren. Als der Regen endlich aufhörte durften wir dann schon einmal an Bord, die Übergabe des Schiffes ließ aber weiter auf sich warten. Statt dessen kam ein Hiwi der Charterfirma mit einer Check und Inventarliste, die, wie er erklärte, wir selber abzuarbeiten hatten und wenn fertig zum Charterbüro zu bringen hatten, um dann die Übergabezeremonie erfahren zu dürfen. Als wir soweit waren, war vor dem Charterbüro eine ellenlange Schlange, deren Abarbeitung uns weit über zwei Stunden kostete. Wäre uns und den anderen Neuankömmlingen diese Wartezeit nicht mit 5 oder sogar 6 Flaschen Rotwein versüßt worden, hätte es wahrscheinlich einen mittleren Aufstand gegeben. So waren aber selbst die Mängellisten der Schiffe nicht mehr ganz so gravierend. Die von uns gecharte Oceanis 411 stand wegen größerer Reparaturen nicht zur Verfügung.Dafür bekamen wir ein Bavaria 42 Cruiser Bj. 2005, die allerdings von einem anderen Vercharterer stammte und gerade erst eingetroffen war. Für eine 2 Jahre alte Yacht hatte insbesondere das Inventar schon erheblich gelitten, aber auch die Yacht selber hatte schon einige Macken, woraufhin der Vercharterer immer nur die Schultern zuckte und darauf hinwies, dass dieses ja nun nicht sein Schiff sei und er nichts dafür konnte. Sonntag, den 03.06.2007 von Portofisco nach Cannigione
Früh morgens um 08.00 Uhr kamen dann aber doch wie versprochen die guten Geister der Stützpunkt Crew und hat willig und so gut es ging alles gerichtet was in Ihrer Macht stand, sodaß wir um 11.00 mit einigermaßen guten Gefühl unseren Urlaubstörn beginnen konnten. Der Wind blies bei bedecktem Himmel mit 4-5 Bft aus NNO. Das war für den Anfang schon mal reichlich, zumal er, wie es sich gehört, natürlich von Vorn kam. Nach einem kräftigen Holeschlag nach Osten, vorbei an den Inseln Soffi und Mortorio konnten wir aqnschließend doch einen halbwegs bequemen Anliger nach Isola delle Bisce fahren, um dann von dort in den Golf von Arzachen abzufallen. Inzwischen hat es auch angefangen heftig zu regnen und so sind wir froh als wir um 15.00 fest in Cannigione sind.(22 Sm) Die vielversprechende Beschreibung aus dem Hafenhandbuch hatte unsere Erwatungen dementsprechend hochgeschraubt. Leider bestand der ganze Hafen nur aus einer einzigen Baustelle. Da es auch immer noch regnete, viel uns der Entschluß an Bord zu bleiben nicht schwer, zumal unser Smutje noch aus dem vollem schöpfen konnte und dem entsprechend Spielraum zum Zaubern hatte. Die Krönung unseres Besuches in Cannigione war allerdings das am nächsten Morgen verlangte Hafengeld von 46,- EURO für eine Infrastruktur die es garnicht gab. Montag, den 04.06.2007 von Cannigione nach Santa Teresa di Gallura
Das Wetter hat sich Gott sei Dank gebessert. Es ist leicht bewölkt und wir haben Wind mit 1-2 Bft. aus NNO. Nachdem wir uns durch die Baustellen zum Brötchen holen geschlagen haben und anschließend die Formalitäten beim Hafenmeister erledigt hatten sind wir um 11.30 ausgelaufen.Nach einem kräftigen Holeschlag nach Osten können wir einen Anlieger durch die Inseln des Maddalena Archipells segeln. Da die See nur leicht bewegt und die Sicht gut ist, sehen wir die Stellen, die nicht passierbar sind meistens schon von weitem, trotzdem ist der Blick auf die Karte ständig angesagt, da längt nicht alle Rockies gekennzeichnet sind und auch nicht alle aus dem Wasser gucken. Der blick auf die Inseln ist wunderschön. Obwohl die Bebauung der Küste mit Ferienanlagen erheblich ist, sind die Strände alle so gut wie leer. Das deckt sich mit unserem Gefüh, dass das Wasser zum Baden noch viel zu kalt ist. Unser Seewasserthermometer zeigt mit konstanter Bosheit um die 50°C an, was selbst dann keinen Sinn ergibt, wenn man annimmt das es °F sind. Nach 18 Sm sind wir um 15.30 Uhr fest in Santa Teresa di Gallura . Von der Beschreibung des Hafens her haben wir uns eigentlich etwas mehr erwartet, als die relatv langweilige Bebauung rund um den Hafen. Aber es gibt im Gegensatz zum vorigen Hafen beschauliche Hafenanlagen mit sauberen Sanitäreinrichtungen für ein Hafengeld von 18,-EUR. Jetzt sind wir ziemlich sicher, dass der Hafenmeister in C. Urenkel der hiesigen Piraten oder Mitglied einer in Italien häufig anzufindenden Verbindung war. Da ich mir vorgenommen hatte meinen Online-Shop während des Törns nicht total zu vernachlässigen, bin ich nun schon seit zwei Tagen auf der Suche nach Wireless LAN oder Internetcafe. W-LAN ist nicht, aber Internetcafe gibt es im gegen überliegenden Fährhafen. Für Ernesto, der auf diesem Törn nichgt so gut zu Fuß ist, ist der Weg zu weit, sodass er vorzeitig umkehren muß. Alle anderen kommen aber mit auf den ausgedehnten Spaziergang. Im Cafe sollte es zur Belohnung etwas schönes zu trinken geben, aber die Freude war schnell vorbei, als Klaus-Dieter sich eine Zigarette ansteckte um umgehend vom Wirt des Lokals verwiesen wurde. Dienstag, den 05.06.2007 von Santa Teresa di Gallura nach Bonifacio
Heute soll es nach Bonifacio gehen. Wir haben ca. 4 Windstärken aus NO und sind so schon zwei Stunden nach unserem Auslaufen vor der Einfahrt der Bucht zu
Bonifacio
. Der Anblick vom Meer auf die Festung und die direkt auf die Kante der Steilküste aus Sandstein gesetzten Bebauung ist gigantisch! Teilweise ist die bebaute Kante schon reichlich unterspült und ausbebrochen, sodass es zumindest für uns so aussieht als wenn sie jederzeit abstürzen könnte. Nach Umrundung der Einfahrt tut sich ein ca 1 Sm langer, parallel zur Küste verlaufender Fjord auf, dessen seeseitige Felsen fast senkrecht bis auf eine Höhe von geschätzten 60-70m aufsteigen. Nicht umsonst galt die Zitadelle von Bonifacio lange Zeit als uneinnehmbar. Zum Ende der Bucht hin fallt das Gelände zum Wasser hin langsam ab und gibt Platz für einen idyllischen Hafen. Um 13.00 und nach insgesamt nur 11 Sm machen wir an der Hafenmeile direkt vor dem Internetcafe fest. Die frühe Ankunft hat sich gelohnt, denn es kommen schnell immer mehr Schiffe, sodass die guten Plätze schnell belegt sind.Nach Hafenmeister (38,- EUR) und einem Lebensmittel-Einkaufsgang machen wir uns am Nachmittag auf die Zitadelle zu erklimmen. Es geht gehörig steil bergauf, aber die Anstrengung wird schnell belohnt. Einmal durch die Ausblicke auf die zerklüftete Küste und zum Zweiten durch einen urigen ort mit engen Gassen mit vielen Geschäften und Restaurants in historischen Gemäuern.
Am liebsten hätten wir gleich ein lauschiges Plätzchen zum Abendessen reserviert,ging aber nicht, weil Ernesto und Dieter unten geblieben waren und Anstieg und Gang durch die Gassen für Ernesto nicht zu schaffen waren. Den Abstieg vollzogen wir durch ehemalige Geheimgänge- und Stiegen, die uns vergegenwärtigten wie durchdacht das Verteidigungssystem der Zitadelle angelegt war.Wieder an Bord gab es dann sozusagen als Appetizer von den am Nachmittag eingekauften Käsesorten zu naschen. Das hat so gut geschmeckt und wurde so angenommen, dass wir eigentlich auf den geplanten Restaurantgang hätten verzichten können. Aber geplant war geplant, und so beschlossen wir zumindest für kleinen Fischgang doch noch einmal an Land wollten, obwohl die schon vorher studierten Preise auf den ausgestellten Speisekarten uns eigentlich hätten davon abhalten müssen. Hinterher war uns klar, warum schon auf der korsischen Gastlandflagge ein Pirat abgebildet ist! Frei nach dem Motto. "Wie fanden Sie den Fisch" - "Durch Anlupfen des Salatblatts" wurde uns zum Preis von 17,50 EUR ein stickelgroßer, ungeschuppter Grillfisch serviert, der nach Entfernung von Haut und Gräten nicht einmal das vielzitierte Loch im Zahn zu füllen vermochte. Das Ganze in einem Restaurant, welches keineswegs feudal sondern höchsten mit bürgerlich zu bezeichnen war. Auf das im Anschluß angebotene Dessert war uns schon der Appetit vergangen, weshalb wir um die Rechnung baten. Als diese nach erneuter Aufforderung und trotz mittlerweile nur noch gering besetztem Lokal auch nach Ablauf einer guten halben Stunde immer noch nicht kam, mußten wir feststellen, dass Klaus-Dieter nicht nur ganz gut französisch sprech konnte, sondern auch mit herbesten Schimpfworten seine ganze Wut gegenüber ungerechtfertigter Behandlung ablassen konnte. Oy, oy,oy. Dienstag, den 06.06.2007 von Bonifacio nach Porto Vecchio
Heute war ein schöner Segeltag bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind aus NO. Wir segelten um das sehr felsige, noch zu Korsika gehörige Lavezzi-Archipell und weiter dann die korsische Ostküste hinauf bis nach Porto Vecchio. Die Berge an der Küste von Korsika sind um vieles mächtiger als die von Sardinien, und so haben wir den ganzen Tag ein beeindruckendes Panorama. Aber wie schon gehabt, ohne ständigen Blick auf die Seekarte geht hier garnichts, weil wie aus heiterem Himmel immer wieder irgendwelche Klamotten aus dem Wasser auftauchen (oder auch nicht!). Um 16.00 Uhr und nach 30 Sm sind wir fest in
Porto Vecchio
. Auch dieser korsische Hafen zeigt sich als bestens in Schuß und macht sowohl im Bootshafen als auch an Land einen weitaus gepflegteren Eindruck als die vorher angelaufenen italienischen. Die Abferttigung beim Hafenmeister (wieder 38,- EUR) war die bisher schnellste. Da wir uns geteilt hatten um einerseits einzukaufen und andererseits eben die Hafenformalitäten zu erledigen, hatten Dieter und ich plötzlich Zeit, die bis zum verabredeten Treff überbrückt werden mußte. Ich glaube es war die magere Ausbeute im Restaurant von gestern die uns verleitete eins von den Eiscafes der Hafenmeile zu besuchen. Die Preise auf der Eiskarte verschlugen uns aber schon wieder den Atem, denn unter 8,- EUR war kein Eis zuz haben. Angesichts der später gelieferten Menge hat sich der Preis aber relativiert, denn die war enorm.Porto Vecchio ist auch eine mittelalterliche Zitadelle die auch auf einem Berg liegt. Dieser steigt gleich hinter dem Hafen steil an und mußte erklommen werden, wollte man zu dem einzigen Internetcafe der Stadt. Da sich keiner freiwillig den Anstrengungen des Anstiegs aussetzen wollte, habe ich mich dann allein auf den Weg gemacht. Das einzige was ich bereut habe, war dass ich meine Kamera vergessen hatte, denn oben angekommen tat sich wie in Bonifacio ein schnuckeliges Städtchen mit engen Gassen und vielen kleinen Geschäften und Restaurants auf. Allerdings herrschte hier ein hölliscgh3er Verkehr, da eine Durchgangsstraße einspurig durch den Ort geführt war. Nachdem ich im Intrnetcafe meine Aufgaben erledigt hatte hab ich es mir aber nicht nehen lassen, durch die verschachtelten Gassen zu bummeln und zu schauen. Die Marmelade, die ich mitbringen sollte hätte ich mir aber beinahe verkniffen und erst im zweiten Geschäft gekauft - 5 EUR für ein halbes Glas waren nicht meine Vorstellung! Donnerstag, den 07.06.2007 von Porto Vecchio nach Porto Lungo
Heute ist wieder traumhaftes Wetter. Es scheint, dass die morgendliche Pastis-Spende nach dem Ablegen besonderes Wohlgefallen bei Rasmus hervorgerufen hat. Wir haben wieder Strahlenden Sonnenschein und Winde um NO mit 2-3 Bft. Das fordert zwar nicht mal unserem Seniorenteam sportliche Höchstleistung ab, aber voran kommen wir trotzdem recht flott! Immerhin läuft die Bavaria mit 4-6 Knoten bei diesen Bedingungen. Um 16.00 machen wir nach ca. 26Sm in
Porto Lungo
fest. Wir erhalten sogar Unterstützung beim Festmachen - ein Schlauboot reicht uns die Mooring und die Achterleinen werden angenommen. Dieser Service hat aber auch seinen Preis. Obwohl Poto Lungo der bisher kleinste Hafen ist, den wir bisher angelaufen haben, ist er auch der teuerste. Eigentlich ist Porto Lungo nur eine Ferienanlage mit Hotel, Appartmentgebäuden und angegliederten Hafen. Die Anlage ist zu dieser Zeit wie auch alle anderen auf Sardinien bisher gesehenen Touristenziele so gut wie leer. Der Hafen und die zugehörigen sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt, aber Versorgungsmöglichkeiten, Internetcafe oder W-LAn fehlen völlig. Daran gemessen sind die verlangten 49,- EUR Liegegeld schon wieder mehr als happig. Freitag, den 08.06.2007 von Porto Lungo nach Portofisco
Ich mag es schon garnicht mehr schreibem, aber auch heute wieder dieses traumhafte Wetter mit leichter Brise, heute mal anfänglich aus NW, später mal NO und am nachmittag aus W. Trotz der Windwechsel aber nur wenig Windstille. Der direkte Weg zu unserem Starthafen, den wir ja heute noch erreichen mußten, betrug nur ca 12 Seemeilen. Das ware uns nun doch zu schnell gegangen, und so beschlossen wir den Weg etwas zu verlängern, in dem wir um die Hauptinsel des Maddelena Archpells herumsegelten und noch einmal die Passage zwischen Festland und der Inselgruppe entgegengesetzt unserer Startrichtung zurücksegelten. So waren wir noch einmal den ganzen Tag auf dem Wasser und konnten uns noch einmal satt sehen an dieser zwar felsigen, doch weitgehend grünen Insellandschaft.Um 16.00 Uhr und nach ca. 24SM waren wir dann wieder in unserem Ausgangshafen zurück und schauen etwas wehleidig weil die schöne Zeit schon wieder vorbei ist. Portofisco sieht bei diesem Wetter auch gleich besser aus als bei unserer Anreise. Auf unserem Weg zum Hafencafe sehen wir wie der Supermarkt eingeräumt wird. Sieht so aus, als wenn die Saison nun doch langsam los gehen soll! Die Anzahl der Schiffe und der belegten Appartments spricht allerdings noch eine andere Sprache. Für die geringe Auslastung sind die sanitären Anlagen allerdings schon ganz schön überlastet. Am frühen Abend erfolgt dann noch die Abnahme des Schiffes, da wir ja schon Samstag in aller Frühe zum Flughafen mußten. Die Abnahme geht völlig problemlos, aber auch oberflächlich über die Bühne. Wir haben die von uns noch erkannten Mängel bewußt für uns behalten, da wir uns nicht sicher waren, dass wir nicht verantwortlich gemacht werden würden und es wäre nicht das erste Mal, dass wir für Mängel bezahlen sollten, die wir nicht begangen hatten. Allerdings wurden die Mängel auch nicht gefunden oder vielleicht, in Anbetracht der anstrengenden Übernahme am Anfang unserer Reise, einfach ignoriert. Kleine Anekdote zum Schluß: Als ich im Zuge der Löschung der Kaution gleich den Stützpunktbus für den Transport zum Flughafen bestellt habe, wollte die Leiterin des Stützpunktes 75,- für die Fahrt. Nachdem ich ihr vorgehalten habe dass der Taxi-Bus bei unserer Anreise nur 60,- Euro haben wollte, war sie dann aber auch mit 60,- zufrieden. -- Das Blut der Urahnen, sprich der Piraten, kann man eben nicht verbergen! |
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